Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

2011 wärmstes Jahr seit Erfassung von Wetterdaten

Baku, den 23. März (AZERTAG). Trotz kühlendem Effekt des Wetterphänomens La Niña: 2011 war laut Meteorologen das wärmste Jahr seit im Jahr 1850 Wetterdaten aufgezeichnet wurden.

Die Erderwärmung setzt sich nach Erkenntnissen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) weiter fort. So sei 2011 das wärmste Jahr mit einem kühlenden sogenannten La Niña-Effekt gewesen, seit 1850 die regelmäßige Aufzeichnung von Wetterdaten begann, erklärte die WMO in Genf aus Anlass des Welttages der Meteorologie.

Messungen zeigten, dass „der Klimawandel jetzt stattfindet und nicht eine Gefahr in irgendeiner fernen Zukunft ist“, warnte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud.

„Die Welt erwärmt sich aufgrund menschlicher Aktivitäten und das hat weitreichende und potenziell nicht rückgängig zu machende Auswirkungen auf unsere Erde, die Atmosphäre und die Ozeane“, sagte er.

Ohne Berücksichtigung des derzeit wirkenden Wetterphänomens La Niña, das im Gegensatz zu einem El-Niño-Ereignis nicht für Erwärmung, sondern für Abkühlung sorgt, sei 2011 das elftwärmste Jahr seit 1850 gewesen.

Die weltweiten Durchschnittstemperaturen lagen nach den WMO-Angaben im vergangenen Jahr um 0,46 Grad Celsius unter dem jährlichen Durchschnitt von 14 Grad zwischen 1961 und 1990.

Die WMO legte zugleich eine Zusammenfassung von als noch „vorläufig“ eingestuften Erkenntnissen vor, wonach sich die globalen Klimaveränderungen seit Beginn dieses Jahrtausends weiter beschleunigt haben.

So seien die Jahre 2001 bis 2010 „die wärmste Dekade, die jemals auf allen Kontinenten der Erde registriert wurde“.

Laut WMO ist das derzeitige La Niña-Phänomen eines der stärksten der letzten 60 Jahre. Es hält seit Ende des Jahres 2010 an, das von der WMO als das bislang wärmste Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen eingestuft wurde.

Norwegischen Experten zufolge wird das Wetterphänomen La Niña in diesem Jahr jedoch stärker ausfallen als 2011. La Niña-Phänomen dauere seit 2010 an und es gebe keine Anzeichen, dass es verschwinde. „Wir hatten diese starke Abkühlung im Jahr 2010, und statt dass es wieder wärmer wurde, blieb eine lange Kaltphase“, sagte Furevik. „Und es sieht aus, als ob wir nun in eine stärkere La-Niña-Phase eintreten.“

Bei La Niña erwärmt sich im Westpazifik die Meeresoberfläche stark, gleichzeitig kühlt sich das Wasser im Ostpazifik vor der südamerikanischen Küste ab. Die Folge sind heftige Ost-Passatwinde über dem indonesischen Archipel. Aufsteigende heiße Luft sorgt dann in Südostasien und Südchina für Starkregen.

Das Wetterphänomen La Niña ist das Gegenteil von El Niño und tritt häufig im Anschluss auf. Unter Klimaforschern gilt La Niña (spanisch:“das Mädchen“) als kleine Schwester von El Niño (spanisch: „der Knabe“).

Während jedoch das El-Niño-Ereignis zu ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen und starken Niederschlägen und Überschwemmungen an den Westküsten Südamerikas und Trockenheit im Amazonasgebiet führt, kühlt sich bei La Niña das Wasser im Ostpazifik überdurchschnittlich stark ab.

Das sorgt für eine stärkere Ausprägung der ursprünglichen Klimaverhältnisse. Dabei wird einerseits das Tiefdruckgebiet über Südostasien und andererseits das Hochdruckgebiet über der Küste Südamerikas immer stärker.

Als Folge regnet es in Südostasien und Australien besonders intensiv, wobei auch die Gefahr von Erdrutschen durch Hochwasser droht. In weiten Teilen Südamerikas ist es dagegen noch trockener als in „normalen“ Jahren.

 

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