Antonelli krönt sich zum Weltmeister und schreibt Formel-1-Geschichte
Baku, 2. November, AZERTAC
Kimi Antonelli hat sich bei der Nervenprobe in Mexiko-Stadt mit Unfällen, Roten Flaggen und einer zermürbend langen Pause zum jüngsten Weltmeister in der Geschichte der Formel 1 gekrönt. Dem Italiener reichte vier Rennen vor dem Saisonende der dritte Platz auf dem ausverkauften Autodrómo Hermanos Rodríguez für den Titel in seinem zweiten Jahr in der Motorsport-Königsklasse.
"Ohne Mercedes, ohne meine Familie wäre ich nicht hier. Ich bin dankbar, das ist ein Moment, der immer bei mir bleiben wird. Ich bin sprachlos", sagte Antonelli überwältigt. Zuvor hatte er seine Eltern und seine Schwester fest gedrückt, dann badete er in der Jubeltraube aus begeisterten Mercedes-Mechanikern.
"Nicht viele haben es geglaubt, aber wir haben es geglaubt", sagte Teamchef Toto Wolff bei "Sky". "Weltmeister, wir haben es geschafft", hatte er schon zuvor am Funk gejubelt.
Antonelli löst mit seinem Triumph mit 20 Jahren und 68 Tagen Sebastian Vettel als jüngsten Champion ab, der 2010 beim ersten seiner vier Titel über 23 Jahre alt gewesen war. Er ist der 36. Weltmeister in der Formel 1.
Er ist zudem der erste Weltmeister aus Italien seit 1953, als Alberto Ascari seinen Titel erfolgreich verteidigt hatte. Für den deutschen Mercedes-Rennstall ist es der erste Fahrertitel seit dem Triumph von Lewis Hamilton 2020.
Den Sieg beim Grand Prix in der dünnen Luft von Mexiko-Stadt sicherte sich Max Verstappen von Red Bull. Zweiter wurde Rekordweltmeister Hamilton im Ferrari, dann kam Antonelli, dem Platz neun gereicht hätte für den Titelgewinn. Im Klassement ist der Italiener nicht mehr einzuholen.
Renningenieur schon mit Schumacher und Hamilton - Besonders nervös wirkte Antonelli nicht vor dem Rennen der Rennen seiner noch jungen Karriere. Ein letzter Händedruck mit Renningenieur Peter Bonnington, der schon mit Michael Schumacher und Hamilton bei Mercedes arbeitete, und er setzte sich in seinen Silberpfeil.
Papa Marco gab stolz und mit einem Lächeln Interviews, die Familie war da und die Stimmung einer WM-Entscheidung mehr als würdig. 2017 und 2018 hatte Hamilton zwei seiner insgesamt sieben Titel in Mexiko-Stadt klargemacht.
Die Devise war klar: Bloß kein Crash am Start. Antonelli stand in der zweiten Reihe auf Position vier. Die Pole - die 105. seiner Karriere - hatte sich Hamilton gesichert und verteidigte sie zunächst, wurde dann aber hart attackiert von Teamkollege Charles Leclerc. "Ich bin von meinem Teamkollegen rausgedrückt worden", wütete Hamilton per Funk.