Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Betreiber Tepco will alle Reaktoren dauerhaft stilllegen

Baku, den 19. Dezember (AZERTAG). Nicht nur die havarierten, auch die unbeschädigten Reaktoren der Atomruine Fukushima werden nicht mehr in Betrieb genommen. Für den Beschluss brauchte es allerdings den Druck der Menschen in Japan - und eine Änderung in der Buchführung des Tepco-Konzerns.

Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima will nun auch zwei weitgehend unbeschädigte Reaktoren des AKW dauerhaft stilllegen. Die zum Zeitpunkt des Unglücks im Jahr 2011 zu Routineinspektionen abgeschalteten und deshalb relativ intakt gebliebenen Meiler 5 und 6 werden ebenfalls permanent außer Dienst gestellt, wie das japanische Unternehmen Tepco am Mittwoch mitteilte. Diesen Beschluss habe der Vorstand der Betreiberfirma gefällt.

Das Atomkraftwerk Fukushima verfügte über sechs Reaktoren, als es im März 2011 von einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe zerstört wurde. Die Reaktoren 1 bis 4 wurden schwer beschädigt, in dreien von ihnen kam es zu einer Kernschmelze und dem Austritt radioaktiver Substanzen, die weite Teile der umliegenden Region verstrahlten. Tausende Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser, das zu Kühlzwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt und anschließend in Tanks gelagert wird, gelangten in den Pazifischen Ozean.

Vier Jahrzehnte bis zur Unschädlichkeit - Japans Regierung und Öffentlichkeit hatten Tepco unter Druck gesetzt, die Reaktoren nicht wieder in Betrieb zu nehmen. Der Beschluss zur vollständigen Stilllegung fiel jedoch erst, nachdem die Buchführungsregeln dahingehend geändert worden waren, dass keine massiven Abschreibungsverluste entstehen.

Tepco erwägt nun nach eigenen Angaben, die Reaktoren 1 bis 4 für Forschungszwecke nutzbar zu machen. Die Betreiberfirma und die japanische Regierung gehen davon aus, dass es ungefähr vier Jahrzehnte dauern dürfte, die havarierten Meiler komplett unschädlich zu machen und abzubauen.

Mitte November hatte in der Atomruine die Bergung von rund 1500 Brennstäben aus dem Abklingbecken eines beschädigten Reaktorgebäudes begonnen. Die in einem Becken in rund 30 Metern Höhe von kleinen Trümmerteilen umgebenen Brennstäbe gelten neben den täglich zunehmenden Massen verseuchten Wassers als eine der größten Gefahrenquellen auf dem AKW-Gelände.

Das Bergen von Brennstäben aus Abklingbecken gehört normalerweise zur Routinearbeit in Atomkraftwerken. Die hohe Strahlenbelastung auf dem Kraftwerksgelände und Beschädigungen am Reaktorgebäude 4 erschweren die Arbeiten jedoch. So sind bei der Wasserstoffexplosion Trümmerteile in das Abklingbecken gefallen und befinden sich nun neben den Brennstäben.

Die Umlagerung gilt als erster großer Schritt zur Stilllegung des AKW. Der vollständige Rückbau der Anlage dürfte etwa 30 bis 40 Jahre dauern. Die größte Herausforderung sind dabei zweifellos die Reaktoren 1 bis 3, in denen es jeweils zu einer Kernschmelze gekommen ist.

 

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