Boeing will durch Aktienverkäufe 15 Milliarden Dollar einnehmen
Baku, 28. Oktober, AZERTAC
Der angeschlagene US-Flugzeugbauer Boeing steht Insidern zufolge vor einer massiven Kapitalerhöhung. Die Finanzspritze von über 15 Milliarden Dollar solle am Montag durch eine Mischung aus Aktienverkäufen und wandelbaren Vorzugsaktien aufgebracht werden, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Damit soll die finanzielle Lage des Unternehmens verbessert werden, die sich durch den anhaltenden Streik von rund 30.000 Beschäftigten in den US-Werken verschlechtert hat.
Boeing lehnte eine Stellungnahme zunächst ab. Das Unternehmen hatte jedoch kürzlich in regulatorischen Dokumenten angekündigt, dass es bis zu 25 Milliarden Dollar in Aktien und Schulden aufnehmen könnte, um seine angeschlagenen Finanzen zu stärken.
Der Airbus-Rivale steckt nach mehreren Abstürzen und anderen ernsten Vorkommnissen im Flugbetrieb in einer tiefen Krise. Zuletzt hatte sich Anfang Januar ein Teil der Rumpfverkleidung kurz nach dem Start gelöst, was leicht zu einer weiteren Katastrophe hätte führen können. Seitdem kämpft das Unternehmen mit verschärften behördlichen Kontrollen, Produktionseinschränkungen und schwindendem Kundenvertrauen.
Im ersten Quartal 2024 verzeichnete Boeing einen Verlust von rund sechs Milliarden Dollar. Um die Liquidität zu sichern, schloss der Konzern kürzlich eine Kreditvereinbarung über zehn Milliarden Dollar mit führenden Banken ab. Zudem kündigte Boeing den Abbau von 17.000 Stellen an, was rund zehn Prozent der weltweiten Belegschaft entspricht. Die Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch drohen allerdings mit einer Herabstufung auf Ramschniveau, sollte Boeing neue Schulden aufnehmen, ohne bestehende Verbindlichkeiten zu tilgen.