Crew bereitet russisches Modul auf den Absturz vor
Baku, den 17. Februar (AZERTAG). Russland will an seinem Teil der Internationalen Raumstation aufmöbeln. Doch bevor damit das neue Forschungsmodul „Nauka“ anlegen kann, muss ein altes Bauteil weichen. Zwei Raumfahrer haben das jetzt bei einem Außeneinsatz vorbereitet.
Zwei russische Besatzungsmitglieder der Internationalen Raumstation ISS haben einen mehrstündigen Außeneinsatz im All hinter sich gebracht. Wegen Zeitmangels gelang es den beiden Kosmonauten Oleg Kononenko und Anton Schkaplerow allerdings nicht, wie geplant mehrere Schutzschilde gegen die Einschläge von gefährlichen Mikrometeoriten an der ISS zu installieren, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.
Geplant war, insgesamt fünf weitere Schutzschilde anzubringen. Der Außeneinsatz war mit Verspätung begonnen worden und dauerte sechs Stunden und 15 Minuten. Kononenko und Anton Schkaplerow konnten dabei unter anderem Behälter mit Mikroorganismen, die bisher an der ISS-Außenwand befestigt waren, zur Untersuchung zurück an Bord bringen.
Die Kosmonauten brachten auch Materialproben von der Hülle des „Swesda“-Moduls wieder in die Station. Sie sollen zur Erde geschickt werden und bei der Entscheidung helfen, ob die Station auch länger als bis zum Jahr 2020 in Betrieb bleiben kann. „Swesda“ gehört zu den ältesten Bauteilen der ISS.
Außerdem gelang es den beiden Männern, einen mechanischen Greifarm an anderer Stelle der ISS installieren. Der sogenannte Strela-Kran wurde vom Kopplungsmodul „Pirs“ an das ebenfalls russische Forschungsmodul „Poisk“ angebaut. Hintergrund des Umbaus: Das gut vier Meter lange Kopplungsmodul soll im Sommer kommenden Jahres von der Station abtrennt und mit Hilfe eines „Progress“-Transporters gezielt zum Absturz gebracht werden.
Bei dem Manöver wird das ausgediente Bauteil in der Erdatmosphäre verglühen. Es geht darum, Platz für das neue russische Modul „Nauka“ zu schaffen. Das soll nicht nur das Anlegen von „Sojus“- und „Progress“-Kapseln und den Ausstieg von Raumfahrern ermöglichen, sondern den Russen auch mehr Platz für wissenschaftliche Experimente geben. Bevor „Pirs“ abgekoppelt werden kann, muss aber noch ein zweiter Kran versetzt werden. Das soll die ISS-Crew im August erledigen.
Derzeit leben und arbeiten sechs Männer auf der Station in rund 350 Kilometern Höhe. Neben drei Russen sind zwei Amerikaner und ein Niederländer an Bord.