Das große Sterben von Nashorn, Thunfisch & Co
Baku, den 10. November (AZERTAG). Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Arten hat sich binnen eines Jahres um gut 300 auf 3879 erhöht.
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat für die Neubewertung ihrer Roten Liste allerdings mit 61.900 Arten auch weit mehr Tiere und Pflanzen erfasst als noch 2010. Damit werde die Aufstellung immer mehr zu einem umfassenden „Barometer des Lebens“, hieß es in der Mitteilung der IUCN.
„Dieses Update zeigt beides, gute und schlechte Nachrichten, zum Status vieler Arten weltweit“, wurde Jane Smart, Direktorin des IUCN Global Species Programme, zitiert. Jedes vierte Säugetier ist der Liste zufolge gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.
Schlimm sei die Situation etwa bei den Nashörnern: Drei Unterarten, das Javanashorn in Vietnam, das westliche Spitzmaulnashorn und das nördliche Breitmaulnashorn, sind ausgestorben.
Darüber hinaus sind fünf der acht Thunfischarten gefährdet oder auf der Vorwarnliste. Insgesamt hat die IUCN fast 62.000 Arten untersucht. Die Rote Liste unterteilt den Gefährdungsstatus der Arten in neun Kategorien, von „ungefährdet“ bis ausgestorben“.
Alarmierend sei weiter vielfach die Situation bei den Reptilien, teilte die IUCN mit. Auf Madagaskar seien mittlerweile 40 Prozent der landlebenden Reptilien-Arten gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht.
Neben Wirbeltieren sind weltweit auch viele Pflanzen betroffen. Die chinesische Wasserfichte etwa war früher weit verbreitet in China und Vietnam. Sie wurde nun als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Ursache sei vor allem die Umwandlung von Wald in Ackerfläche, hieß es.
Es gebe aber auch Erfolgsgeschichten, hieß es bei der IUCN. So sei der Bestand der südlichen Breitmaulnashörner von rund 100 zum Ende des 19. Jahrhunderts auf mehr als 20.000 angewachsen. Auch von den Przewalski-Pferden lebten wieder mehr als 300 in freier Wildbahn. Sie seien auf „stark gefährdet“ herabgestuft worden.