Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Das sind die 10 wichtigsten Quellen für Umwelt-Gift

Baku, den 11. November (AZERTAG). Umwelt-Gifte können das Leben um 12,7 Jahre verkürzen. Zwei Organisationen haben nun die zehn gefährlichsten Quellen benannt.

Wer Umweltgiften ausgesetzt ist, verliert 12,7 Lebensjahre infolge Tod oder Behinderung. Dies geht aus dem Umweltgiftbericht von Green Cross Schweiz und dem Blacksmith Institute aus den USA hervor. Der Bericht benennt erstmals die zehn gefährlichsten Umweltgiftquellen. Am meisten schädliche Gifte entweichen im Bergbau und in der Erzaufbereitung. Diese Umweltgifte gefährden über sieben Millionen Menschen weltweit.

Die Metallverhüttung, ein Verfahren, bei dem Metalle aus Erzen, Erden, Salzen oder beim Recycling gewonnen und nutzbar gemacht werden, beeinträchtigt die Gesundheit von schätzungsweise fünf Millionen Menschen. Gefährlich sind auch die chemische Produktion und der Bergbau mit einfachen handwerklichen Mitteln, die je weit über vier Millionen Personen gefährden.

Gefahrenpotenzial haben auch Industrieareale, die landwirtschaftliche Produktion und Deponien mit je über drei Millionen Menschen, die an den gesundheitlichen Folgen leiden. Den Top-Ten der Umweltgiftquellen gehören auch noch die Schwerindustrie an, die Erdöl-Industrie und die Gerbereibetriebe.

„Obwohl mindestens so viel Menschen unter umweltgiftbedingten Krankheiten leiden wie an Malaria oder Tuberkulose, unterstützt die internationale Weltgemeinschaft in vielen Ländern kaum Hilfsmaßnahmen“, wird Green Cross Geschäftsleiterin Nathalie Gysi in der Mitteilung zitiert. Um den dringenden Handlungsbedarf zu verdeutlichen, haben Forscher an mehr als 2000 eindeutigen, ortsfesten stark verschmutzten Orten einerseits die Schadstoffkonzentration erhoben und andererseits die Anzahl betroffener Menschen geschätzt. Erstmals beziffern sie die Auswirkungen der Umweltgifte aufgrund der verlorenen und der in Krankheit verbrachten Lebensjahre. Dies im Gegensatz zur umweltmedizinischen Forschung, die sich nur auf Todesfälle konzentriert.

„Weil Umweltgifte oft zu schweren Behinderungen ohne tödliche Folgen führen, werden viele Opfer von der Statistik nicht erfasst“, schreiben die Verfasser. 12,7 Lebensjahre verliert eine Person, die von einer der genannten Umweltgiftquellen betroffen ist. Der Index „Disability-Adjusted Life Year“ steht für die verlorenen oder mit einer Behinderung verbrachten Lebensjahre.

„Die internationale Weltgemeinschaft ist aufgefordert, die nötigen Ressourcen und das Engagement aufzubringen, um die Umweltgiftquellen zu beseitigen und die schwerwiegendsten Probleme sofort anzugehen“, fordert Stephan Robinson von Green Cross Schweiz. „Entgegen der weitverbreiteten Ansicht sind viele der gravierendsten Schadstoffquellen nicht direkt auf multinationale Unternehmen zurückzuführen, sondern auf ungenügend regulierte, kleinräumige Aktivitäten wie Bergbau mit handwerklichen Mitteln, Metallrecycling und stillgelegte Betriebe“, schreiben Green Cross und das Blacksmith Institute.

 

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