„Dragon“ soll Nasa von den Russen befreien
Baku, den 4. Mai (AZERTAG). Nasa-Chef Charles Bolden hat in Berlin die Raumfahrtpläne der USA enthüllt. Nasa-Astronauten würden dank der privat gebauten Raumfähre „Dragon“ bald wieder ohne Hilfe der Russen ins All fliegen.
Für den Nasa-Chef Charles Bolden ist der bevorstehende Flug der privat gebauten Raumfähre „Dragon“ zur Internationalen Raumstation (ISS) ein „vitales“ Projekt von größter Bedeutung.
Die „Dragon“ könnte den USA schon in wenigen Jahren wieder einen eigenen Zugang zur ISS für Astronauten ermöglichen, sagte Bolden am Rande einer ISS-Fachtagung in Berlin: „Die Herausforderung dieser Mission ist das Andocken des Raumschiffs an die ISS“.
Die Verzögerungen beim Start der „Dragon“ seien durch weitere Tests der Software für dieses kritische Andockmanöver verursacht worden.
Bislang können Astronauten zur ISS und wieder zurück zur Erde nur mithilfe von russischen Sojus-Kapseln gebracht werden. Entsprechende Verträge zwischen den USA und Russland laufen bis 2015.
Bolden hat „absoluten Vertrauen“ in die Sojus-Technik. Er selber sei ja als Astronaut an Bord einer Sojus ins All geflogen. Doch die Abhängigkeit von nur einem System sei in der Raumfahrt immer problematisch.
„Angestrebt wird in der Raumfahrttechnik stets die Redundanz“, ergänzt Professor Johann-Dietrich Wörner, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Für den Transport eines Astronauten zur Internationalen Raumstation verlangen die Russen rund 53 Millionen Dollar. Bolden geht davon aus, dass in Zukunft der Flug mit einer privaten amerikanischen Raumfähre ähnlich viel kosten wird. „Wettbewerb ist noch immer das Beste, um Kosten zu reduzieren“, kommentiert Wörner.