Eisiger Jupitermond birgt womöglich fremdes Leben
Baku, den 19.November (AZERTAG). Der große Jupitermond Europa gilt als potenzieller Ort für außerirdisches Leben. Nun haben US-Forscher unter seiner Eiskruste einen riesigen See entdeckt.
Die deutsch-amerikanische Raumsonde „Galileo“ wurde bereits im Oktober 1989 von der Nasa gestartet, um den Jupiter und seine Monde zu untersuchen. Im Dezember 1997 sollte die Mission eigentlich enden. Da sich die Sonde aber nach über achtjährigem Flug in einem guten Zustand befand und über genügend Energiereserven verfügte, wurde die Mission um zwei Jahre verlängert.
US-Forscher haben einen großen See innerhalb der Eiskruste des Jupitermonds Europa identifiziert. Er dürfte etwa so viel Wasser enthalten wie die Großen Seen in Nordamerika und könnte sogar ein potenzieller Hort für Leben sein, schreiben die Wissenschaftler um Britney Schmidt von der Universität von Texas in Austin im britischen Fachjournal „Nature“.
Möglicherweise gebe es noch viele weitere derartige Seen in den flacheren Regionen der Eiskruste Europas. Anzeichen für Leben haben die Forscher aber nicht gefunden.
Der große Jupitermond gilt seit langem als potenzieller Ort für außerirdisches Leben. Astronomen nehmen an, dass tief unter seiner eisigen Kruste ein riesiger Ozean schwappt. Allerdings ist nicht klar, ob die massive Eiskruste einen Austausch mit der Oberfläche verhindert, der etwa für einen Nährstofftransport nötig sein könnte.
„Wir sehen jetzt Hinweise, dass die Eiskruste sich trotz ihrer Dicke stark vermischen kann“, erläuterte Schmidt in einer Mitteilung ihrer Universität. „Das könnte Europa und seinen Ozean etwas bewohnbarer machen.“
Bisher galt die Erde als einziger Planet unseres Sonnensystems, auf dem es regnet und sich die Niederschläge in Flüssen und Seen sammeln. Forscher haben jedoch am Nordpol des Saturn-Mondes Titan einen See von 400.000 Quadratkilometern Fläche entdeckt.
Wissenschaftler vermuteten schon lange, dass es auf dem Titan flüssiges Methan, Ethan oder andere leichte Kohlenwasserstoff-Verbindungen gibt. Allerdings ist die Titanatmosphäre so dicht, dass mit gewöhnlichen Kameras nur ein verschwommener Blick möglich war.
Während ihres langsamen Abstiegs durch die Saturnatmosphäre nahm die Landesonde Huygens der Europäischen Weltraumorganisation Esa am 14. Januar 2005 dieses eng verzweigte Netz von Tälern auf, das in ein flaches, tiefer liegendes Gebiet mündet.
Die Forscher hatten Bilder der Raumsonde „Galileo“ von zwei großen, hügeligen Regionen auf Europa analysiert. Aufbauend auf entsprechende geologische Vorgänge auf der Erde kommen sie zu dem Schluss, dass sie von einem unterirdischen See einige Kilometer unter der Eisoberfläche stammen.
Es gebe sogar Hinweise auf kollabierende Eisschelfe, berichten die Wissenschaftler. Direkt abbilden konnte „Galileo“ das verborgene Wasser allerdings nicht.