Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Formel 1: Europasaison soll im Juli und August stattfinden

Formel 1: Europasaison soll im Juli und August stattfinden

Baku, 28. April, AZERTAC

Die Formel 1 ist dabei, ihren Kalender für die Saison 2020 neu zu planen. Die jüngsten Entwicklungen in der Coronakrise haben dafür gesorgt, dass die Königsklasse laut Boss Chase Carey aktuell mit einem Saisonauftakt in Spielberg am 5. Juli und insgesamt noch "zwischen 15 und 18 Rennen" plant. Die verkürzte Europasaison soll dabei im Juli und August stattfinden.

Anschließend soll die Formel 1 ab September nach Asien kommen, später nach Amerika und in den Nahen Osten. Sollte der Plan wirklich in der Form umgesetzt werden können, lautet eine der Fragen, welche aktuell verschobenen Rennen in diesem Jahr noch nachgeholt werden können. Konkret betrifft das in Europa die Grands Prix in Spanien (Barcelona) und den Niederlanden (Zandvoort).

Die Rennen in Frankreich (Le Castellet) und Monaco wurden für 2020 bereits komplett abgesagt. Barcelona-Streckenchef Joan Fonsere erklärt gegenüber "Motorsport-Total.com", dass ein Sommertermin für seinen Kurs grundsätzlich nicht attraktiv sei. "In einem normalen Jahr sind in Spanien im August alle im Urlaub", erklärt er. Ursprünglich sollte der Grand Prix im Mai stattfinden.

Organisation wäre auch kurzfristig kein Problem - "Aber ich denke, dass 2020 ein außergewöhnliches Jahr sein wird - mit einem ganz anderen Kalender", sagt Fonsere mit Blick auf die Coronakrise und verrät im Hinblick auf die Formel 1: "Sie haben uns gefragt, ob es irgendein Datum gibt, an dem es bei uns unmöglich wäre." Doch während er einen Sommertermin im Vorjahr noch klar abgelehnt hätte, sei es 2020 "okay", im August zu fahren.

"Wir haben ihnen die Möglichkeit angeboten, in Barcelona ein Event zu organisieren", berichtet Fonsere und erklärt: "Wir stehen mit der Formel 1 in engem Kontakt und sprechen über ein neues Datum." Durch die Vorverlegung der Sommerpause hat die Königsklasse im Juli und August genug Zeit, mehrere Rennen nachzuholen. "Wir wollen das Event austragen", betont Fonsere.

"Wir können alles managen und organisieren, um der Formel 1 zu helfen", ist er sich sicher. Einen großen Vorlauf brauche man dazu in Barcelona auch nicht. Es sei kein Problem, ein Rennen ohne Publikum "in zwei oder drei Wochen" zu organisieren, versichert Fonsere. "Das bekommen wir locker hin", kündigt er an und erinnert daran, dass die Strecke in einem normalen Jahr an 320 Tagen im Jahr gebucht sei.

Barcelona will helfen - und einen langfristigen Vertrag - "Ohne Zuschauer wird es natürlich noch leichter, weil man keine Marketingkampagne braucht, keine Zuschauerkontrollen und so weiter", erklärt er. Ein Rennen mit Zuschauern stellt aktuell in ganz Europa keine Option dar. Dieses "verkürzte Format", bei dem der Formel-1-Tross auf ein Minimum reduziert wird, begrüßt Fonsere. Das sei auch für Hotels und Co. leichter.

Eine große Frage lautet natürlich, ob die Regierung ein Rennen aktuell überhaupt zulassen würde. Aber auch da sieht Fonsere kein Problem, man habe die Unterstützung der katalanischen Regierung. "Sie könnte die Formel 1 ganz einfach absagen", erinnert er und erklärt: "Aber sie sagen, dass die Formel 1 2021 stärker sein muss. Deswegen müssen wir 2020 dabei sein. Sie wollen einen langfristigen Vertrag."

Hintergrund: Der Circuit de Barcelona-Catalunya erhielt für 2020 lediglich einen Einjahresvertrag, nach aktuellem Stand verschwindet das Event 2021 aus dem Kalender. Man erhofft sich allerdings einen neuen Kontrakt, wenn man der Formel 1 in der aktuellen Situation hilft. Klar ist aber auch, dass man für ein Rennen ohne Publikum nicht die sonst übliche Renngebühr in voller Höhe zahlen wird.

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