Forscher entdecken vermeintlich ausgestorbene Affen
Baku, den 21. Januar (AZERTAG). Sie galten als verschwunden, doch jetzt haben Wissenschaftler in Indonesien eine Unterart der Mützenlanguren wiederentdeckt. Die Tiere leben in den dichten Regenwäldern. Wie viele es von ihnen noch gibt, ist aber noch unklar.
Eigentlich hatten die Forscher ihre Fotofallen aufgestellt, um Leoparden und Orang-Utans aufzunehmen. Doch dann entdeckten sie auf den Bildern aus der Region Wehea im Osten der Insel Borneo eine Gruppe von Affen, die noch niemand zuvor gesehen hatte.
Bis dahin existierten lediglich Zeichnungen von den Languren. Deshalb sei es zunächst schwierig gewesen, die Affen wissenschaftlich zuzuordnen, sagte Brent Loken von der Simon Fraser University in Kanada. „Wir waren alle ziemlich begeistert, dass diese Affen noch leben, und das auch noch in Wehea“, sagte Loken.
Zuvor waren die Forscher davon ausgegangen, dass die Languren nordöstlich von Borneo auf Sumatra und Java gelebt hätten. Nach der Lehrmeinung waren die Affen mit den schwarzen Gesichtern und dem weißen Bauchfell bereits vor Jahren ausgestorben. Der natürliche Lebensraum der Tiere war durch Rodung und Bergbau zerstört worden; eine großflächige Suche nach der Affenart war 2005 ergebnislos verlaufen.
Nun also die Wiederentdeckung. Doch die ist für die Forscher kein Grund zum Jubeln. „Es gibt so viele Tiere, über die wir so wenig wissen, und ihr natürlicher Lebensraum verschwindet so schnell“, sagte Loken. „Zahlreiche dieser Arten könnten schon bald aussterben.“
In einem nächsten Schritt solle das etwa 38.000 Hektar große Gebiet systematisch durchsucht werden, um herauszufinden, wie viele Mützenlanguren noch in der Region leben, teilte die internationale Forschergruppe mit. Ihre ersten Ergebnisse hat sie in der Fachzeitschrift „American Journal of Primatology“ veröffentlicht.
Die Fotofalle hatte über einen Zeitraum von zwei Monaten rund 4000 Bilder von den Affen aufgenommen. Es ist aber möglich, dass es sich dabei lediglich um eine oder zwei Familien handelte. „Wir versuchen, was wir können“, sagte Loken. „Aber es ist wirklich ein Rennen gegen die Zeit.“
Die jetzt wiederentdeckten Affen hätten lange als eine Unterart der Hose-Languren gegolten, sagte der Wissenschaftler Erik Meijaard, der mehr als acht Jahre Feldforschung in der Region betrieben hat. Die neuen Erkenntnisse deuteten nun darauf hin, dass dies nicht der Fall ist. „Wir denken, es könnte tatsächlich eine andere Spezies sein“, sagte Meijaard. „Das würde die Entdeckung in Wehea noch wichtiger machen.“