Klimaerwärmung: Forschende warnen vor Kipppunkten bei acht wichtigen Natursystemen
Baku, 6. Dezember, AZERTAC
Durch die Erderwärmung könnten in den kommenden Jahren laut einem Forschungsbericht acht sogenannte Kipppunkte überschritten werden. Nach Angaben des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung drohen fünf großen Natursystemen schon jetzt unumkehrbare Umwälzungen.
Zu diesen fünf Systemen zählen etwa der grönländische und der westantarktische Eisschild. Bei einer Erderwärmung von mehr als 1,5 Grad könnten in den 2030er Jahren drei weitere Systeme bedroht sein, nämlich nördliche Wälder, Mangroven und Seegraswiesen.
Von Kipppunkten ist in der Forschung die Rede, wenn bestimmte Klima-Phänomene Schwellen überschreiten, ab denen sie nicht rückgängig gemacht werden können. Das Konzept der Kipppunkte und damit verbundene Unsicherheiten werden in der Wissenschaftsgemeinde zum Teil intensiv diskutiert.
Der Bericht soll heute Vormittag auf der Weltklimakonferenz in Dubai vorgestellt werden. Die Koordination des Papiers lag bei der britischen Universität von Exeter und dem "Bezos Earth Fund". Die rund 200 Autorinnen und Autoren sehen aber auch eine Chance, sogenannte positive Kippunkte einzuleiten, um den Planeten zu stabilisieren. Als Beispiele werden der Ausbau erneuerbarer Energien und der Umstieg auf Elektromobilität genannt.