Mladen Ivanić: Vertrauen ist entscheidend für die erfolgreiche Suche nach Vermissten
Baku, 7. Oktober, AZERTAC
„Vertrauen ist das Wichtigste für eine erfolgreiche Suche nach vermissten Personen. Entscheidend sind das Vertrauen zwischen den Familien, das Vertrauen in die mit dieser Arbeit befassten Institutionen und das Vertrauen in das politische Umfeld.“
Das erklärte Mladen Ivanić, ehemaliger Vorsitzender des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, auf der IV. Internationalen Konferenz im Rahmen des Baku-Dialogs zum Thema „Stärkung des Vertrauens und Entwicklung wirksamer Mechanismen zur Lösung des Problems vermisster Personen“. Die Konferenz wird von der Staatskommission für Kriegsgefangene, Geiseln und vermisste Personen organisiert.
Ivanić betonte, dass der Aufbau von Vertrauen insbesondere in einer Nachkriegsgesellschaft zu den schwierigsten Aufgaben gehöre. Jede Konfliktpartei wolle sich als Opfer darstellen und der anderen Seite die Schuld geben, was sich auf das gesamte politische Umfeld auswirke.
Er erklärte, dass internationale Organisationen bei der Lösung dieses Problems eine wichtige Rolle spielen könnten. Auch die Politiker hätten in diesem Prozess eine wichtige Verantwortung.
Ivanić verwies darauf, dass in Bosnien und Herzegowina auch 31 Jahre nach dem Krieg noch 5.000 bis 6.000 Menschen vermisst würden. Er rief die Konferenzteilnehmer dazu auf, sich die Erfahrungen der Familien vermisster Personen anzuhören: „Ihre Erfahrungen sind das Wichtigste.“