Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Nach sieben Monaten Pechsträhne folgt in Monaco Befreiungsschlag von Lewis Hamilton

Nach sieben Monaten Pechsträhne folgt in Monaco Befreiungsschlag von Lewis Hamilton

Baku, 2. Juni, AZERTAC

Sieben Monate musste Lewis Hamilton auf seinen ersten Sieg als dreimaliger Weltmeister warten. Seit Oktober 2015, als er in Austin seinen dritten Titelgewinn mit dem Triumph in Texas fixiert hatte, konnte er das oberste Treppchen nicht mehr besteigen. In Monaco 2016 sollte es wieder so weit sein. Bis es allerdings dazu kam, musste der Brite eine Pechsträhne abschütteln und gleichzeitig dabei zusehen, wie Teamkollege Nico Rosberg die ersten vier Saisonrennen gewinnt und in der WM-Wertung davonzieht. Nun konnte Hamilton in den engen Gassen von Monte Carlo antworten - und Rosbergs Vorsprung auf 24 Punkte (weniger als ein Grand-Prix-Sieg) verkleinern.

Doch was lief beim Überflieger der vergangenen beiden Jahre schief? Nach seinem Titelgewinn wirkte er am Ende der Saison 2015 nicht mehr hungrig und ließ Rosberg den Vortritt. Beim Saisonauftakt 2016 holte er zwar die Pole-Position, konnte diese durch einen missratenen Start jedoch nicht verteidigen. Er wurde Zweiter hinter Rosberg. In Bahrain kostete Hamilton eine Berührung mit Valtteri Bottas in der ersten Runde eine bessere Platzierung, so konnte er nur noch als Dritter auf den verbliebenen Podestplatz fahren. In China war das Rennen für den Briten mit der Nummer 44 schon vor dem Start gelaufen. Er musste aufgrund eines Motorproblems als Letzter starten und konnte noch auf den siebten Platz vorfahren.

In Russland sorgte das gleiche Problem mit dem MGU-H (wie schon in Schanghai) für den zehnten Startplatz. Trotz eines Problems mit der Wasserpumpe im Rennen holte er sich noch den zweiten Rang. Der bisherige Tiefpunkt der Saison kam in Spanien. In Kurve 3 wurde das Rennen von Hamilton und auch Rosberg durch eine Kollision zwischen den Teamkollegen vorzeitig beendet. Der Sieg in Monaco war also nicht nur ein Befreiungsschlag für den gebeutelten Weltmeister, sondern auch für das Mercedes-Team.

Das Motto des Vaters hat Hamilton geholfen - Zwar lief es auch im Qualifying in Monte Carlo nicht rund, ein Problem mit dem Benzindruck verdarb dem Briten eine zweite schnelle Runde, jedoch konnte er sich von Ausgangsposition drei noch Chancen auf den Sieg ausrechnen. Wie ging der Mercedes-Pilot selbst mit den Rückschlägen der vergangenen Wochen um? "Wenn man weiter so fällt, ist es schwierig, sich immer wieder auf innovative Weise neu zu motivieren und weiter an sich zu glauben", gesteht Hamilton nach seinem Monaco-Triumph. Er sei eben auch nur ein Mensch, positive Gedanken hätten ihm geholfen.

Sein Motto: "Einfach niemals aufgeben." Das habe schon sein Vater Anthony zu ihm gesagt, als er sieben Jahre alt war und "ein anderes Kind mich im Boxring kurz und klein geschlagen hat", erzählt der 31-Jährige. "Einfach niemals aufgeben, immer weiterkämpfen, so kommst du auch an dein Ziel. Der Sieg hat gezeigt, dass mein Vater recht hatte. Ich werde mit diesem Motto im Hinterkopf weitermachen." In dieser schwierigen Phase nach zwei Jahren Dominanz habe ihm vor allem auch sein Glaube geholfen. "Gott hat mir geholfen. Ich habe meine Gebete aufgesagt", gibt er einen Einblick in sein Privatleben.

Er bete niemals, um zu gewinnen, erklärt er. Vielmehr um die Sicherheit aller Teilnehmer und "um in der Lage zu sein, mein Bestes zu geben. Ich fühle mich erfüllt und bin glücklich damit, wie ich gefahren bin. In der Lage zu sein, dein Bestes zu zeigen und zu erreichen, was du dir vorgenommen hast, das gibt dir ein wunderbares, innerliches Gefühl. Das werde ich nun mitnehmen", gibt er sich gestärkt für die kommenden Rennen. Genugtuung habe er nicht verspürt.

Er sei nach Monaco gekommen mit dem Gedanken: "Ich mach das jetzt einfach. Ich wusste, dass es mir nicht in die Hände fallen würde. Es wird nicht einfach so passieren. Ich wusste nicht, ob ich gewinnen könnte oder nicht." Der Regen habe jedoch mehrere Gelegenheiten eröffnet, gibt er zu. "Wäre es trocken gewesen, hätte ich womöglich keine Chance gehabt." Schon 2008, bei seinem ersten Sieg im Fürstentum, habe er diese Erfahrung gemacht, dass in Monaco alles möglich ist. "Ich war einfach darauf eingestellt, bereit zu sein, egal ob es möglich ist oder nicht."

Der WM-Kampf gegen Rosberg hat nun eine neue Wendung bekommen. Aus 43 Punkten Rückstand nach Spanien sind nun 24 Zähler geworden. Von einer Trendumkehr möchte Hamilton selbst jedoch nicht sprechen: "Im Moment ist es schwierig, diesen Sieg als Umschwung zu sehen." Er könne immer noch nicht glauben, dass er jetzt 44 Siege in der Formel 1 erreicht hat. "Das ist eine sehr spezielle Zahl für mich und meine Familie. Da steckt so viel Unterstützung und harte Arbeit von so vielen Menschen dahinter. Ich werde die 44 genießen, so lang ich kann. Das passiert schließlich nur ein Mal."

Dann gibt er aber doch zu: "Es sieht nach einer Wende aus, aber es ist noch so ein langer Weg vor uns. Es kann sich in beide Richtungen drehen, das ist mir bewusst." 15 Rennen stehen noch vor den Mercedes-Teamkollegen, maximal 375 Punkte kann ein Pilot noch holen, wenn er die restlichen Saisonrennen gewinnt. Hamilton kommt aber nicht nur gefestigt und mit neuem Selbstvertrauen nach Montreal, er hat sich in den vergangenen Jahren auch verändert und wurde reifer. Diese Erkenntnis belegt er selbst anhand eines Beispiels: das Malheur im Monaco-Qualifying. Er blieb aufgrund eines Motorproblems in der Boxengasse stehen und hatte anschließend nur noch einen schnellen Versuch.

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