Rafiyev: Klimaprozess muss von Zusagen zu deren Umsetzung übergehen
Baku, 7. September, AZERTAC
Der internationale Klimaprozess muss nach Ansicht des aserbaidschanischen stellvertretenden Außenministers und COP29-Chefverhandlers Yaltschin Rafiyev zunehmend von der Vereinbarung von Verpflichtungen zu deren konkreter Umsetzung übergehen. Dies müsse eine der wichtigsten Prioritäten der COP31 in Antalya sein.
Bei der Eröffnung der „Baku Climate Action Week 2026“ betonte Rafiyev, dass neue national festgelegte Klimabeiträge (NDCs) nicht mehr lediglich Ambitionen formulieren, sondern in konkrete Investitions- und Umsetzungspläne mit klaren politischen, technologischen, infrastrukturellen und finanziellen Grundlagen überführt werden sollten. Ohne ausreichende Finanzierung könne die COP31 nicht zu einer „Umsetzungs-COP“ werden.
Rafiyev verwies zudem auf die jüngsten verheerenden Überschwemmungen und Erdrutsche in Nepal und China. Derartige Katastrophen zeigten, dass der Klimawandel für Millionen Menschen keine Zukunftsprognose mehr, sondern bereits Realität sei. Extreme Wetterereignisse beeinträchtigten nicht nur die Umwelt, sondern auch Wirtschaft, Sicherheit und Entwicklung.
Zugleich bezeichnete Rafiyev die Klimakrise als Herausforderung für die Diplomatie. Kein Land könne diese Probleme angesichts geopolitischer Spannungen und schwindenden Vertrauens allein bewältigen. Die Erfahrungen der COP29 hätten gezeigt, dass Diplomatie auch bei scheinbar unvereinbaren Positionen zu Ergebnissen führen könne. Konsens bedeute dabei nicht, dass rund 200 Staaten in jeder Frage plötzlich einer Meinung seien, sondern dass ein gemeinsamer Weg gefunden werde, auf dem unterschiedliche nationale Realitäten in dieselbe Richtung wirken können.