Taifun „Kong-rey“ trifft Philippinen und Taiwan: Hunderte von Flügen wurden gestrichen
Baku, 31. Oktober, AZERTAC
Laut taiwanischer Wetterbehörde handelt es sich um den größten Sturm seit 30 Jahren: Der starke Taifun „Kong-rey“ hat die Ostküste Taiwans erreicht. Die Städte und Bezirke riefen einen Ruhetag aus, die Finanzmärkte schlossen, Hunderte von Flügen wurden gestrichen, die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. An verschiedenen Orten wurden insgesamt mehr als 8600 Menschen in Sicherheit gebracht. Im osttaiwanischen Taroko-Nationalpark suchten die Behörden zudem zwei tschechische Touristen, zu denen der Kontakt abgebrochen war.
Nach Angaben der Zentralen Wetterbehörde Taiwans traf der Sturm den gebirgigen und dünn besiedelten Ostküstenbezirk Taitung, wobei starke Winde und sintflutartige Regenfälle fast die gesamte Insel heimsuchten. Der einstige Supertaifun „Kong-rey“ schwächte sich über Nacht leicht ab, blieb aber nach Angaben von Tropical Storm Risk mit Böen von mehr als 250 Kilometern pro Stunde stark wie ein Hurrikan der Kategorie 4.
Zuvor hatte der Sturm im Norden der Philippinen mit heftigen Winden und Starkregen gewütet und Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Laut Wetteramt Pagasa war der Sturm, der auf den Philippinen „Leon“ heißt, mit Windgeschwindigkeiten von 195 Kilometern pro Stunde und Böen von bis zu 240 Kilometern pro Stunde unterwegs. Schulen blieben geschlossen, auch Flüge wurden in den betroffenen Gebieten gestrichen.
Der letzte Taifun mit mindestens 150 Toten ist wenige Wochen her - Dem Katastrophenschutz zufolge könnten bis zu fünf Millionen Menschen von „Kong-rey“ betroffen sein, darunter auch Bewohner, die sich gerade erst von den Folgen des schweren Tropensturms „Trami“ erholen. Dieser hatte in den vergangenen Wochen vor allem auf der Hauptinsel Luzon gewütet, auf der auch die Hauptstadt Manila liegt. Die Schäden von Überschwemmungen und Erdrutschen sind teilweise gewaltig. Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf 150 gestiegen. 29 Menschen werden noch immer vermisst.
„Kong-rey“ sollte nach Annahme der Meteorologen am Abend (Ortszeit) über Taiwans Westen weiter in Richtung China ziehen und es entlang der Küste der Provinz Fujian treffen. Die Finanzmetropole Shanghai erwartet die schlimmsten Regenfälle seit mehr als 40 Jahren. Erst im September hatte der Taifun „Bebinca“ die Stadt lahmgelegt. Bäume wurden entwurzelt, Fassadenteile fielen auf die Straßen.
Die Shanghaier Behörden riefen die Bevölkerung auf, sich mit Trinkwasser und Lebensmitteln einzudecken. Neben Shanghai hat Chinas nationale Meteorologiebehörde auch Unwetterwarnungen für Teile der südöstlichen und östlichen Provinzen Chinas ausgesprochen.