Überschwemmungen in Spanien: Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens 95
Baku, 31. Oktober, AZERTAC
Bei den Überschwemmungen nach Starkregen im Osten und Süden Spaniens sind laut Behördenangaben mindestens 95 Menschen ums Leben gekommen. 92 davon starben im Osten der Region Valencia. Die Zahl könnte weiter steigen, da mehrere Gebiete noch keine Opferzahlen genannt haben. Wie viele Menschen vermisst werden, steht noch nicht fest.
Einige Menschen seien noch immer eingeschlossen, hieß es den Angaben zufolge. In etlichen schwer erreichbaren Gegenden gingen die Sucheinsätze weiter. Sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission boten Spanien Unterstützung an.
Seit heute gilt eine von der Regierung ausgerufene dreitägige Staatstrauer. Die Regierung setzte zudem einen Krisenstab ein, um sich mit der Reaktion auf das Unwetter zu beschäftigen. Madrid entsandte eine auf Rettungseinsätze spezialisierte Militäreinheit nach Valencia, um die örtlichen Dienste zu unterstützen. Regierungschef Sánchez appellierte an die Bevölkerung, unnötige Reisen zu vermeiden. König Felipe VI. äußerte sich erschüttert und versprach den Betroffenen Unterstützung.
Der spanische Wetterdienst bezeichnete die Niederschläge als außergewöhnlich. Demnach fielen in einigen Ortschaften innerhalb eines Tages bis zu 490 Liter Regen pro Quadratmeter, so viel wie sonst in einem Jahr. Zahlreiche Menschen waren in Häusern, Büros oder Einkaufszentren eingeschlossen und setzten in sozialen Medien Notrufe ab. Viele riefen auch beim TV-Sender RTVE und anderen Medien an, weil sie Freunde und Verwandte nicht kontaktieren konnten.
Die Wassermassen hatten ganze Ortschaften überschwemmt. Straßen und kleinere Brücken brachen weg, Bäume, Autos und auch große Lastwagen wurden von den Wassermassen wie Spielzeug mitgerissen. Neben heftigem Regen gab es Hagel und starke Windböen. Stromversorgung und Telefonverbindungen fielen teilweise aus. Auch Flug- und Bahnverkehr waren beeinträchtigt. Autobahnen und Landstraßen wurden gesperrt.
In Spanien soll vom 31. Oktober bis zum 1. November eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden, erklärt der Minister für Territorialpolitik, Ángel Víctor Torres, bei einer Pressekonferenz. Der König sei bereits informiert.