Uno befürchtet mehr als 800.000 Flüchtlinge
Baku, 2. Mai, AZERTAC
Die Gefechte im Sudan dauern an, die humanitäre Situation wird täglich katastrophaler: Nach Schätzungen des Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) könnten mehr als 800.000 Menschen vor den schweren Kämpfen im nordafrikanischen Land in Nachbarländer fliehen. “Wir hoffen, dass es nicht dazu kommt, aber wenn die Gewalt nicht aufhört, werden mehr Menschen gezwungen sein, aus dem Sudan zu fliehen, um sich in Sicherheit zu bringen“, schrieb UNHCR-Chef Filippo Grandi auf Twitter.
Das UNHCR bereite sich mit Regierungen und Partnern auf eine mögliche Fluchtwelle vor. Der Koordinator der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten im Sudan, Abdou Dieng, warnte vor einer “totale Katastrophe“.
Auch der stellvertretende Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, Raouf Mazou, äußerte sich zur Lage im Land: “Ohne eine rasche Lösung dieser Krise werden wir erleben, dass weitere Menschen auf der Suche nach Sicherheit und grundlegender Unterstützung zur Flucht getrieben werden.“
Aufnahmelager für Binnenvertriebene am Limit - Nach Beratungen mit unterschiedlichen Akteuren gingen die Vereinten Nationen von einer Planungszahl von 815.000 Menschen aus, die in die sieben Nachbarländer flüchten könnten, erläuterte Mazou. Darunter seien neben 580.000 Sudanern mehr als 200.000 Menschen, die sich bereits als Flüchtlinge im Sudan aufhielten. Bisher seien 73.000 Menschen in die Nachbarländer geflüchtet. Das nordostafrikanische Land grenzt an Ägypten, Libyen, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik, Südsudan, Äthiopien und Eritrea.
Zuvor hatte bereits die staatliche sudanesische Nachrichtenagentur Suna berichtet, dass mehr als 70.000 Menschen in den vergangenen Tagen aus der sudanesischen Hauptstadt Khartum in den angrenzenden Bundesstaat Weißer Nil geflüchtet. Die bereits existierenden Lager für Binnenvertriebene kämen dort an ihre Grenzen. Der Bundesstaat grenzt im Süden an Khartum und erstreckt sich bis an die Grenze zum Südsudan.