UNO-Wetterorganisation warnt vor neuen Wetterkrisen durch extremen El Niño
Baku, 3. September, AZERTAC
Die Vereinten Nationen warnen angesichts des erneut auftretenden Klimaphänomens El Niño vor erheblichen Wetterrisiken. Nach Angaben der Weltmeteorologieorganisation (WMO) könnten in den kommenden Monaten Überschwemmungen, Dürren und extreme Hitze zunehmen. Gleichzeitig seien deutliche Veränderungen bei Niederschlägen und Temperaturen in verschiedenen Regionen der Welt möglich, teilte die WMO in Genf mit.
Angesichts der wachsenden Risiken wurden die Frühwarnsysteme nach Angaben der Organisation so stark ausgebaut wie noch nie in ihrer 50-jährigen Geschichte. WMO-Generalsekretärin Saulo warnte, El Niño könne Gesellschaften und Volkswirtschaften weltweit schwer treffen. Auch UN-Generalsekretär António Guterres betonte, dass es darum gehe, schneller auf die zunehmenden Klimarisiken zu reagieren und die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen zu verstärken.
El Niño tritt gewöhnlich alle zwei bis sieben Jahre auf und steht mit einer Erwärmung der Meeresoberfläche im Pazifik in Verbindung. Das Phänomen kann die Wettermuster auf der ganzen Welt erheblich beeinflussen.
Entwicklung bereitet Wissenschaftlern Sorgen
Nach Angaben von Wissenschaftlern lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur im zentralen und östlichen Äquatorialpazifik zwischen Mai und Juli noch 1,5 Grad über dem Normalwert. Im August erhöhte sich die Abweichung auf 2,2 bis 2,6 Grad. In tieferen Meeresschichten wurden im Juli und Anfang August teilweise Temperaturen gemessen, die mehr als acht Grad über dem üblichen Wert lagen. Die aktuellen Daten sprechen demnach für eine weitere Verstärkung des El-Niño-Effekts.
Der Höhepunkt des Phänomens wird voraussichtlich gegen Ende des Jahres erreicht. Seine klimatischen Auswirkungen könnten jedoch noch weit ins kommende Jahr hinein spürbar bleiben. Welche Regionen besonders stark betroffen sein werden, lässt sich nach Einschätzung der Wissenschaftler derzeit nicht zuverlässig vorhersagen.