Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Weltkulturerbe Palmyra

Weltkulturerbe Palmyra

Baku, 1. April, AZERTAC 

Teile der antiken Stadt Palmyra hat fast zerstört. Kaum wurde die Welterbestätte zurückerobert, preschen Archäologen aus Russland vor - sie wollen Palmyra wiederherstellen.

Gerade hat Russland den Teilabzug seiner Luftwaffe aus Syrien vollendet, da entsendet das Riesenreich andere Soldaten ins Kriegsgebiet. Am Dienstag flog eine Gruppe russischer Minenräumer zum Einsatz in Palmyra ab. Kremlchef Wladimir Putin verkündete, er habe sich mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und der Leiterin der Unesco, Irina Bokowa, geeinigt. Hundert Pioniere sollen mit Spürhunden und Suchrobotern die historische Stätte untersuchen und binnen weniger Monate entminen.

Zugleich meldete Russland mit großer Eile seine Hilfe bei der Wiederherstellung der antiken Handelsstadt an, die syrische Regierungstruppen gerade erst der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) abgerungen haben. Gerade weil Russlands Militäreinsatz in Syrien international auch kritisiert worden ist, zeigt es bei diesem humanitären Thema Flagge.

Die Uno-Kulturorganisation Unesco plädiert angesichts der Zerstörungen in der antiken Handelsmetropole für ein bedachtsames Vorgehen. Seit 1980 ist Palmyra Weltkulturerbe. "Wir können auch nicht sagen, wann wir vor Ort gehen können", sagt Giovanni Boccardi, am Unesco-Hauptsitz in Paris zuständig für die Notfallrettung von Kunstwerken. Das russische Hilfsangebot sei aber eine gute Nachricht.

"Russland und insbesondere die Eremitage besitzen ausgezeichnete Kenntnisse in der Restaurierung", sagt Boccardi. Nötig sei aber eine umfassende internationale Diskussion. "Vor allem liegt es in der Hand von Syrien." Am 4. April will die Unesco über einen möglichen Wiederaufbau beraten.

Vorsichtiger Optimismus - Zehn Monate später, als kaum ein Stein auf dem anderen geblieben schien, gelang der syrischen Armee die Rückeroberung. Ein strategisch wichtiger Durchbruch, den sich auch Moskau als engster Verbündeter auf die Fahnen schreibt. Die russische Luftwaffe unterstützt die Regimetruppen seit September 2015 mit Luftangriffen - nach eigenen Angaben auch beim Vorrücken auf Palmyra.

Erste Fotos aus der zurückeroberten Kulturstätte lösten bei der syrischen Altertümerverwaltung vorsichtigen Optimismus aus. Doch bislang ist unklar, wie groß das Ausmaß der Zerstörung ist. "Noch fehlt uns eine Bestandsaufnahme des tatsächlichen Schadens. Die können nur Drohnenaufnahmen oder Experten in einer Vor-Ort-Begehung leisten", erklärt Markus Hilgert, der Direktor des Vorderasiatischen Museums Berlin. Der Altorientalist gilt in Fachkreisen als Syrien-Experte. "Erst danach lässt sich entscheiden, was man mit welchen Mitteln wiederherstellt", sagt er.

Unter russischen Kulturpolitikern gilt die federführende Beteiligung als ausgemacht. "Russland nimmt großen Anteil an der internationalen Kampagne, die die Unesco organisiert, um zu entscheiden, was aus Palmyra wird", sagte Michail Piotrowski, Generaldirektor des Museums Eremitage in St. Petersburg. Nach seinen Worten arbeitet die Eremitage schon an einem virtuellen Modell der Stätte. Die russische Unesco-Vertreterin Eleonora Mitrofanowa sagt, ihr Land werde die Kosten seiner Analyse- und Restaurationsarbeiten selbst tragen.

Nicht nur für Politiker, sondern auch für Archäologen ist Russlands Solidarität völlig logisch: "Es ist schon üblich, dass die internationale Gemeinschaft sich zur Hilfe verpflichtet fühlt", sagt Friederike Fless, die Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts. Es unterstützt ebenfalls syrische Archäologen mit Archivmaterial und Schulungen beim Wiederaufbau. Fless zufolge hat die Eremitage als "Weltmuseum mit Top-Restauratoren" gute Chancen, an einer Rekonstruktion mitzuarbeiten.

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