Wer von der Zeitumstellung profitiert und wer nicht
Baku, den 29. Oktober (AZERTAG). In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren eine Stunde zurückgestellt: Doch während die Morgenmuffel die Nutznießer sind, leiden die Frühaufsteher.
In der Nacht zum Sonntag wird aus Sommer- die Winterzeit. Für uns Menschen bedeutet das natürlich eine Umstellung, unser Biorhythmus hat schließlich einen festen Takt. Doch diese Zeitumstellung fällt uns wesentlich leichter, als viele glauben. Denn der Zeitenwechsel gibt uns eine Stunde zurück, was prinzipiell schon mal ein Zugewinn ist. Zudem können wir auch selbst einiges dafür tun, dass uns diese Umstellung besser gelingt.
Dieter Kunz von der Schlafmedizin-Abteilung des Berliner St.-Hedwig-Krankenhauses beschäftigt sich schon seit über 15 Jahren mit biologischen Rhythmen, also mit den Vitalitäts- und Leistungsschwankungen, die ein Mensch im Verlaufe eines Tages oder auch eines Jahres erlebt.
Doch als Chronobiologe möchte er sich keineswegs den zahlreichen, mitunter hochenergischen Skeptikern anschließen, die in der Zeitumstellung generell einen gesundheitsschädlichen Eingriff in den natürlichen Tagesablauf sehen. Denn eine Stunde nach vorne oder nach hinten sei allenfalls ein „Mini-Jetlag, der relativ wenig Einfluss auf den Körper hat“. Langstreckenflüge und erst recht die Schichtarbeit hätten demgegenüber einen viel größeren Einfluss auf Biorhythmus und Gesundheit.
Kunz betont, dass viele Menschen die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit als positiv empfinden. Allerdings liegt dies nicht daran, dass der Homo sapiens, wie viele glauben, biologisch eigentlich auf einen 25-Stunden Takt geeicht ist und daher vom Zurückstellen der Uhr erst einmal profitieren muss. Denn diese Theorie gilt als überholt, die meisten Menschen sind nicht nur gesellschaftlich, sondern auch biologisch auf den 24-Stunden-Zyklus getaktet. Der Grund dafür, dass viele vom Zurückstellen der Uhr profitieren, liegt darin, dass unter uns mehr Eulen als Lerchen leben.