WHO: Alle zwei Minuten stirbt eine Frau rund um die Geburt
Baku, 7. April, AZERTAC
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre aktuellen Zahlen zur Müttersterblichkeit veröffentlicht. Demnach kamen 2023 weltweit rund 260.000 Frauen vor, während und kurz nach der Geburt ihres Kindes ums Leben. Alle zwei Minuten sterbe eine Frau wegen Komplikationen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft, hieß es. Es fehle angesichts von Blutungen, Blutdruckproblemen und Infektionen oft die Betreuung durch kundiges medizinisches Personal.
Die Zahlen zur Müttersterblichkeit seien inakzeptabel, erklärte die WHO anlässlich des Weltgesundheitstags am 7. April. „Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar.“
Nirgends sei die Situation für Schwangere so schlimm wie in Nigeria. Allein dort sind der Organisation zufolge 2023 rund 75.000 Frauen rund um die Geburt ihres Kindes gestorben. Hohe Todeszahlen wiesen auch Indien, die Demokratische Republik Kongo und Pakistan auf. Diese vier Länder verzeichneten den Angaben zufolge fast die Hälfte aller weltweiten Fälle.
Europa gehört mit insgesamt 450 Todesfällen 2023 zu den Regionen mit besonders niedriger Müttersterblichkeit.
WHO befürchtet, eigenes Ziel zu verfehlen - Zwar falle der Langzeitvergleich positiv aus: Im Jahr 2000 lag die Zahl der Sterbefälle wegen einer Schwangerschaft weltweit noch bei schätzungsweise 443.000. Aber nun zeichne sich regional ein besorgniserregender Trend ab, warnte die WHO.
So wiesen die USA bisher eine sehr geringe Müttersterblichkeit vor. Nun beobachte die WHO in Übereinstimmung mit den Zahlen der nationalen Gesundheitsbehörden aber einen steigenden Trend, so eine Sprecherin. In Lateinamerika seien in den vergangenen Jahren nur geringe Fortschritte beobachtet worden.
Die WHO hatte das Ziel vorgegeben, die Müttersterblichkeit bis 2030 unter ein Niveau von 70 Todesfällen auf 100.000 Geburten zu senken. Bei der aktuellen Entwicklung werde dieses Ziel deutlich verfehlt, hieß es. Die Organisation rief dazu auf, Frauen über die Gesundheitsrisiken besser aufzuklären, den Zugang zu medizinischer Betreuung zu erleichtern und nicht beim Fachpersonal zu sparen.