Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

200.000 sind bereit, auf dem Mars zu sterben

Baku, den 11. September (AZERTAG). Es ist eine Mission, die aus Menschen wahre Helden macht. Das umstrittene Mars One Projekt - eine Marsbesiedelung ohne Wiederkehr. Zehntausende scheinen mutig genug, das Wagnis einzugehen.

Das Projekt ist höchst umstritten und wird auch unter Raumfahrtexperten heftig diskutiert: Der holländische Unternehmer Bas Landsdorp plant schon seit längerem eine bemannte Mars-Mission - allerdings ohne Wiederkehr.

Schon im Jahr 2023 sollen Menschen mit einem One-Way-Ticket zum Roten Planeten fliegen und dort eine kleine Kolonie gründen. Laut Landsdorp ist die dafür notwendige Technik im Wesentlichen bereits vorhanden.

An Menschen, die als Kolonisten auf dem Mars leben wollen und die bereit sind, auf dem Roten Planeten zu sterben, scheint es nicht zu mangeln. 202.586 Menschen aus mehr als 140 Ländern haben sich mittlerweile per Videobeitrag für den One-Way-Trip beworben. Die meisten Bewerber (47.654) stammen aus den USA, viele kommen aber auch aus Indien (20.747) und China (13.176).

Die erste Runde eines mehrstufigen Auswahlverfahrens endete am 31. August. Die Kandidaten erwartet nun eine psychisch und physisch anspruchsvolle Testreihe, bei der einzelne Personen und mehrere Teams aus unterschiedlichen Ländern gegeneinander antreten müssen.

Siebenjährige Ausbildungs-Odyssee - Am Ende des Verfahrens zählen 24 bis maximal 40 Kandidaten zu den Auserwählten, die in Kooperation mit dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX eine siebenjährige Ausbildungs-Odyssee absolvieren dürfen. SpaceX hat ein Raumfahrzeug namens Dragon entwickelt, das bereits automatisch die Internationale Raumstation angeflogen und mit Verpflegung versorgt hat.

Vier Teilnehmer sollen dann im Jahr 2023 auf dem Roten Planeten landen und als Siedler einer dauerhaften Kolonie ihr Lager aufschlagen. Ab diesem Zeitpunkt soll nach den Plänen von Landsdorp alle zwei Jahre eine weitere vierköpfige Crew folgen. Eine Rückkehr zur Erde ist nicht geplant. Alle Mars-Kolonisten werden bis zu ihrem Tod auf dem Planten leben müssen.

Die immensen Kosten für die Mission - immerhin geschätzte sechs Milliarden Euro - will Lansdorp übrigens zum größten Teil mit dem Verkauf von Fernsehrechten finanzieren.

Live-Übertragungen vom Leben auf dem Planeten - Live-Übertragungen von der Crew während des Mars-Fluges und später Live-Bilder vom Leben der Mars-Siedler sollen ein Millionenpublikum anlocken. Schauen wir dann den Raumfahrern auch beim Sterben zu? Live-Übertragungen vom Alltagsleben aus dem „Big Brother“-Container erscheinen harmlos dagegen.

Einige Experten bezweifeln jedoch, dass das Mars One Projekt sowie auch andere bemannte Marsmissionen jemals realisiert werden, da sie den Menschen generell zu schwach für eine Reise zum Roten Planeten halten.

Der Grund ist die Reisedauer: Ein Flug zum Mars würde mindestens 500 Tage dauern. Während dieses Langzeitfluges würde jeder der Raumfahrer aufgrund der Schwerelosigkeit wahrscheinlich die Hälfte seiner Muskelkraft verlieren - und zwar unabhängig vom Trainingsaufwand.

Laut Robert Fitts von der Marquette University Milwaukee hätte ein 30 Jahre alter Raumfahrer bei seiner Ankunft auf dem Roten Planeten dann nur noch die Kraft eines 80-Jährigen. Ob das für eine Besiedelung reichen wird?

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