Aserbaidschanische NGOs richten offenen Brief an EU-Vertreter
Berlin, 6. Dezember, AZERTAC
Vertreter der aserbaidschanischen Zivilgesellschaft haben einen offenen Brief an führende EU-Beamte, darunter die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik Kaja Kallas, die EU-Sonderbeauftragte für den Südkaukasus Magdalena Grono sowie die Leiterin der EU-Delegation in Aserbaidschan, Mariyana Kuyundžić, geschickt.
In dem Schreiben wird scharfe Kritik daran geäußert, dass das armenische Militär-Sport-Lyzeum, das den Namen des als militanten Kämpfer und Kriegsverbrecher geltenden Monte Melkonyan trägt, in das Forum der Militärschulen der EU aufgenommen werden soll. Diese Entscheidung habe bei der aserbaidschanischen Öffentlichkeit, insbesondere bei Familien vermisster Personen aus Karabach, große Empörung ausgelöst.
Die Unterzeichner erinnern daran, dass Melkonyan in den 1990er-Jahren an schweren Verbrechen in der Region Kelbadschar beteiligt gewesen sei und Verbindungen zur Terrororganisation ASALA gehabt habe. Sie fordern die EU auf, die geplante Zusammenarbeit zu überdenken und die Aufnahme der genannten Einrichtung rückgängig zu machen.
Der offene Brief wurde von mehreren Vorsitzenden aserbaidschanischer Nichtregierungsorganisationen unterzeichnet.
Elvin Mövsüm
AZERTAC-Sonderkorrespondent
Berlin