Beim Barte des Nazi-Buddhas
Baku, den 22. Oktober (AZERTAG). Der Fund machte Schlagzeilen. Forscher hatten eine Statue entdeckt, tausend Jahre alt angeblich, aus Meteoritengestein, ein Hakenkreuz auf der Brust. Doch Experten haben Zweifel an der Geschichte des mysteriösen Fundstücks - es ist wohl eine moderne Auftragsarbeit für den Antiquitätenhandel.
Von einer wohl einzigartigen Statue haben Forscher um Elmar Buchner im Fachmagazin „Meteorics and Planetary Science“ berichtet: Die rund 24 Zentimeter große menschliche Figur, auf deren Brust eine Swastika prangt, besteht aus Gestein, das vom sogenannten Chinga-Meteoriten stammt. Das haben die Forscher durch die Analyse des Materials ermittelt. Es ist ihren Angaben zufolge die einzige Darstellung eines Menschen aus Meteoritengestein. Indem sie die genaue Zusammensetzung des stark eisenhaltigen Materials ermittelten, konnten sie es diesem Meteoriten klar zuordnen.
Wie die Figur aus kunsthistorischer Sicht einzuordnen ist, darüber war sich die Arbeitsgruppe aus Geologen und Planetenforschern nicht ganz sicher - auch wenn die Beteiligten Meinungen mehrerer Experten einholten. Eine in ihrem Fachartikel geäußerte Vermutung lautet, dass die Statue vor rund tausend Jahren im Grenzgebiet von Sibirien und der Mongolei oder in Tibet entstanden ist und aus der Bön-Kultur stammt.
Klarer ist dagegen die Angabe, wie sie nach Europa gelangte. „Nach unserem Wissen wurde die Statue von einer Tibet-Expedtion der Jahre 1938 - 1939 nach Deutschland gebracht, die von Ernst Schäfer (Ethnologe und Zoologe) geleitet wurde und im Auftrag der nationalsozialistischen Regierung stattfand“, ist im Bericht zu lesen. An dieser Forschungsreise hatten nur SS-Mitglieder teilgenommen. Man könne spekulieren, ob sie die Figur wegen der Swastika auf der Brust mitgenommen hätten, heißt es weiter.