Costa Concordia verunglückte über antikem Schiffsfriedhof
Baku, den 20. Februar (AZERTAG). Der Kapitän der Costa Concordia war nicht der Erste. In den vergangenen 2600 Jahren versenkten mehr als ein Dutzend Seefahrer ihre Schiffe rund um die Insel Giglio. Fast hätte der Italiener das Kreuzfahrtschiff sogar auf ein antikes Wrack gesetzt.
Geschichte steht wahrscheinlich nicht auf dem Stundenplan für angehende Kreuzfahrtschiffkapitäne. Und Francesco Schettino scheint sich auch privat nicht sonderlich dafür interessiert zu haben. Sonst hätte er vielleicht etwas mehr Respekt vor den Küstengewässern vor der Insel Giglio gezeigt. Denn auf dem Meeresgrund rund um die Insel liegen bereits mehr als ein Dutzend Wracks - die Costa Concordia havarierte über einem antiken Schiffsfriedhof.
Noch 300 Meter weiter, und Schettino hätte sein Schiff sogar punktgenau auf ein römisches Wrack gesetzt. Der Frachter liegt in 42 Metern Tiefe südlich vor dem Bug der Costa Concordia - nur eine einzige Schiffslänge entfernt. Es war im 3. Jahrhundert nach Christus gesunken. In seinem Bauch stapelten sich die Amphoren mit Fischsauce. Diese garum genannte Würzsuppe war im gesamten römischen Reich gefragt - das Maggi der Antike. Die Herstellung allerdings war nicht gerade appetitlich. In großen Tanks ließen die garum-Produzenten Fische mitsamt ihrer Innereien wochen- oder monatelang in Salzlake vor sich hin fermentieren - unter der prallen Sonne. Was am Ende übrig blieb, pressten sie durch Siebe, bis das Gebräu ganz klar und von goldgelber Farbe war. Für den Hausgebrauch war dieser Prozess zu geruchsintensiv - die meisten garum-Fabriken lagen außerhalb der Siedlungen - viele davon in Nordafrika.
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