Das neue iPad im Test – schärfer geht es nicht
Baku, den 15. März (AZERTAG). Das neue iPad kann vor allem eines: hoch auflösen. Muss man unbedingt einen Flachbild-TV kaufen, wenn man einen Röhrenfernseher besitzt? Nein. Aber wenn man erst einmal umgestiegen ist, fragt man sich, wie es vorher ohne ging. Mit dem neuen iPad verhält es sich ähnlich. Das iPad 2 ist ein sehr ordentliches Tablet, der Nachfolger aber spielt in einer anderen Kategorie. Und dort spielt er die meiste Zeit erstklassig.
Wir hatten das neue iPad, das wir hier der Einfachheit halber iPad 3 nennen, eine Woche lang zum Test. Apple nennt das Gerät nur „das neue iPad“ und kehrt damit zur einheitlichen Namensgebung zurück, der sich der Hersteller bereits bei seinen anderen Geräten wie MacBook Air, MacBook Pro oder iMac verschrieben hat.
Kommt ein Nachfolgemodell, behält es einfach den alten Namen, auch wenn neue Technik darin steckt. Äußerlich ist das iPad 3 kaum von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Es ist 0,6 Millimeter dicker, was kaum jemandem auffallen wird. Und es ist 50 Gramm schwerer, was ebenso wenig auffällt. Die Befürchtung, dass ein Großteil des iPad-2-Zubehörs nicht mehr passen wird, hat sich nicht bestätigt. Sogar in die Hülle der Bluetooth-Tastatur von Zagg, in die das Gerät passgenau eingeschoben wird, passt der etwas dickere Nachfolger.
Das Display hat die vierfache Auflösung. Die wichtigste Neuerung im iPad 3 ist das hochauflösende Display. Während der Vorgänger 1024 mal 768 Pixel darstellte, kommt das iPad 3 auf 1536 mal 2048 Pixel, was eine Vervierfachung bedeutet. Insgesamt stellt der Bildschirm also 3,1 Megapixel dar, Apple nennt das Retina-Display. Damit zwängt der Hersteller aus Cupertino mehr Details in seinem 9,7 Zoll großen Bildschirm als jeder seiner Konkurrenten. Zum Vergleich: Die Flachbild-Fernseher mit 50 Zoll und mehr schaffen gerade einmal eine Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel.
Was bedeutet die Auflösung des iPad 3 im Alltag? Sie bedeutet vor allem eines: eine viel größere Schärfe. Dies zeigt sich besonders bei der Darstellung von Schriften, also beim Lesen von digitalen Büchern, Zeitungen oder auch Webseiten. Und auch hier wird der Unterschied erst deutlich, wenn das iPad 3 neben seinen Vorgänger gelegt wird.
Während auf dem Retina-Display einzelne Pixel nicht mehr wahrzunehmen sind, wirkt die Darstellung des iPad 2, als befände sich die Schrift hinter einem feinen Sieb. Die Buchstaben scheinen im Vergleich förmlich auszufransen. Auf dem neuen iPad ist die Darstellung hingegen mit gedruckter Schrift auf Hochglanzpapier zu vergleichen, wie es von Magazinen genutzt wird. Beim Betrachten von Fotos fällt vor allem auf, dass die Farben satter dargestellt werden als vorher, angeblich soll die Farbsättigung des Retina-Displays um 44 Prozent gesteigert worden sein.