Die größten und kleinsten Länder der Erde
Baku, 10. Oktober, AZERTAC
Sie sind die größten Städte der Welt, haben viele Millionen Einwohner und ein kulturelles Durch- und Miteinander verschiedenster Bevölkerungsschichten. Verwaltung und Politik sind in keinster Weise mit der einer bürgerlich-deutschen Stadt vergleichbar. Aber auch die Aufgaben sind immens: Infrastruktur und Umwelt stehen ganz oben auf der Problemliste aller Megacities.
Allen voran stellt Asien die größten aller Megacities. Aber auch bei den aus mehreren Städten bestehenden Metropolregionen wie Tokio-Yokohama, New-York, Manila oder Delhi stehen die Asiaten weit vorne.
Eine Megacity ist nach Definition der Vereinten Nationen eine Stadt mit mehr als 10 Millionen Einwohnern. Anderweitig findet man Schwellenwerte zwischen 5 und 8 Millionen. Erschwerend kommt hinzu, dass oftmals eine Stadt mit einer Metropolregion verwechselt wird. So hat z.B. der als „Metro Manila“ bezeichnete Raum rund 13 Millionen Einwohner und wird oftmals als Megacity bezeichnet. Die eigentliche Stadt Manila hat jedoch sogar weniger als 2 Millionen Einwohner.
Unser Ranking führt die Bevölkerungszahlen der eigentlichen Städte mit mehr als fünf Millionen Einwohnern auf. Also weder zusammengefasste Metropolregionen, noch übergeordnete Regierungsbezirke.
Die obige Statistik weist die jeweils offiziellen Zahlen aus. Gerade in China mögen diese etwas unfair erscheinen, da hier große Städte unverhältnismäßig häufig „konstruiert“ werden. Normalerweise wachsen und schrumpfen Städte durch eine natürliche Urbanisierung. Oftmals - vor allem in China - werden durch politische Entscheidungen aber Städte zusammen gelegt, die früher nebeneinander lagen und separat für sich existierten. Hierbei entsteht eine gemeinsame kommunalrechtliche Struktur mit vereinheitlichter Verwaltung, was aus politischer Sicht zu einer Stadt führt. Da diese chinesischen „Städte“ aber nicht nur Stadtteile, sondern auch weitere Orte und Verwaltungsbezirke enthalten können, sind sie eher mit etwas vergleichbar, was in Deutschland als Landkreis oder Verwaltungsbezirk bezeichnet wird.
Die chinesische Regierung plant derzeit, die bereits größte Megacity Shanghai mit 8 umliegenden Städten zusammen zu legen und daraus die Planstadt „Jing-Jin-Ji“ mit 130 Millionen Einwohnern zu schaffen. Eine weitere Superstadt mit geplanten 40 Millionen Einwohnern soll bis zum Jahr 2030 am Perlflußdelta nördlich von Hongkong um die jetzigen Städte Shenzhen und Guangzhou herum entstehen. Dies entspricht der halben Einwohnerzahl Deutschlands auf einer Fläche wie der von Niedersachsen.
Nach derzeitigen Planungen soll es bis zum Jahr 2025 im ganzen Land über 200 Planstädte mit über 1 Million Einwohnern geben. 8 davon mit mehr als 10 Millionen.
Die Frage nach dem größten Land der Welt ist an sich schon ein wenig problematisch. Nimmt man nun die meisten Einwohner oder die größte Fläche, in beiden Vergleichen sind Kleinstaaten wie Hongkong oder Singapur nicht enthalten, obwohl sie selbst für unsere westliche Welt eine immense Rolle spielen.
Mit 1,426 Milliarden Einwohnern ist Indien das bevölkerungsreichste Land der Welt.
Mit nur 0,44 km² ist der Vatikan im Herzen Roms das mit Abstand kleinste Land der Welt. An zweiter Stelle folgt der Stadtstaat Monaco an der französischen Mittelmeerküste mit 2,0 km².
Beim dritten Platz wird es schon schwieriger, denn das ebenfalls in Süd-Europa gelegene Gibraltar ist je nach Definition zwar ein „Land“, aber kein souveräner Staat. Nimmt man nur die souveränen Staaten, würden Nauru und Tuvalu als nächstes folgen.
Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn man die Zwergstaaten der Welt nach deren Einwohnerzahl berechnet. Auch hier tauchen viele der kleinen Inselstaaten wieder auf. Hinzu kommen Länder mit großer Fläche, die aber nur äußerst dünn besiedelt sind. Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln liegen tief im Süden nahe der Antarktis und sind zu großen Teilen mit Eis bedeckt. Die Falklandinseln liegen nur wenig weiter nördlich. Svalbard (Spitzbergen) und Jan Mayen liegen hoch im Norden und sind aufgrund ihrer Nähe zur Arktis aus den gleichen Gründen kaum bewohnt. Nur 2.926 Menschen teilen sich hier eine Fläche von über 62.000 km².
Bei derart kleinen Einwohnerzahlen muss man allerdings einen Blick hinter die Statistik werfen, denn schon kleine Abweichungen oder anders ausgelegte Definitionen können eine große Wirkung haben. So wird zum Beispiel für den Vatikan ganz offiziell eine Einwohnerzahl von rund 1000 angegeben. Tatsächlich wohnen davon nur etwa 600 innerhalb der heiligen Stadt in Rom. Über 400 weitere gelten zwar als Staatsbürger, leben aber außerhalb. Die Einwohnerdichte ist also lediglich ein theoretischer Wert.