Eine Sternengeburt, 170.000 Lichtjahre entfernt
Baku, den 18. April (AZERTAG). Zu seinem 22. Geburtstag hat das Weltraumteleskop „Hubble“ ein besonders ästhetisches Bild der Stätte einer Sternentstehung geliefert: ein Mosaikbild des Sternennebels „30 Doradus“.
„30 Doradus“ ist ein Emissionsnebel der Superlative: Bisher ist Astronomen kein größeres und helleres Sternentstehungsgebiet bekannt. Sein Zentrum - Sternenhaufen R136 - enthält nicht nur die schwersten, sondern auch die hellsten bekannten Sterne. Doch ohne Weltraumteleskop „Hubble“ würden wir von all dem kaum etwas wissen.
Am 24. April 1990 ist das Kooperationsprojekt von Nasa und Esa in den Weltraum geschleppt worden. Es hatte keinen leichten Start. Aufgrund eines Fehlers am Hauptspiegels lieferte es in den ersten Jahren nur verschwommene Bilder.
Doch nachdem dieser Fehler erst einmal behoben war, sendete es umso erstaunlichere Daten zur Erde zurück. „Hubble“ hat es geschafft, nicht nur neugierige Wissenschaftler, sondern auch die breite Öffentlichkeit für das All zu begeistern.
Zum 22. Geburtstag des Weltraum-Teleskops veröffentlichen die beiden Raumfahrtbehörden nun dieses eindrucksvolle Mosaikbild, das sich aus mehreren Einzelaufnahmen verschiedener Kameras zusammensetzt. 170.000 Lichtjahre entfernt, in einer kleinen Satellitengalaxie unserer Milchstraße, funkeln diese Sterne um die Wette.
Was für den Laien so hübsch anzusehen ist, hat für Astronomen große wissenschaftliche Bedeutung: Die hohe Auflösung der einzelnen Bilder ermöglicht es ihnen, die verschiedenen Stationen einer Sternengeburt näher zu untersuchen. So zeigt „30 Doradus“ Sterne in allen Entwicklungsstufen - vom wenige tausend Jahre alten „Sternchen“ bis hin zum mehrere Millionen Jahre alten Giganten-Stern.