Forscher finden Beweise für Menschenopfer
Baku, den 4. Mai (AZERTAG). Also doch keine Lügengeschichten. Südamerikanischen Frühkulturen werden schon länger blutige Menschenopfer nachgesagt. Forscher wollen nun eindeutige Beweise gefunden haben. An 2000 Jahre alten Messern entdeckten sie Blutspuren und Gewebereste.
Priester vergossen Blut, angeblich um den Kosmos im Gleichgewicht zu halten, so geht die Geschichte. Gerüchte, dass südamerikanische Frühkulturen durchaus Menschenopfer-Praktiken pflegten, gibt es immer wieder. Doch ob sie zutreffen oder spanische Kolonialherren bei ihren gruseligen Erzählungen übertrieben hatten, war unklar.
Mexikanische Wissenschaftler wollen jetzt eindeutige Beweise für Menschenopfer-Rituale gefunden haben. An 2.000 Jahre alten Messern entdeckten sie unter anderem Überreste von Blutzellen, Sehnen und menschlicher Haut.
Die 31 Messer aus vulkanischem Gesteinsglas stammen aus der Cantona Kultur, in der mexikanischen Region Puebla. Deren Mitglieder lebten über 1.000 Jahre vor den Azteken, die zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert existierten und wegen Menschenopfer-Ritualen bekannt geworden sind. Über die Lebensweise der Cantona wissen Forscher allerdings nur wenig.
Die Spuren an den Messern hatten Wissenschaftler bereits vor 20 Jahren entdeckt. Sie vermuteten, dass es sich dabei um Blutspuren handelte, konnten es damals aber nicht beweisen. Vor zwei Jahren kam dann die Gelegenheit. Die Archäologen übergaben die Messer an Luisa Mainou vom mexikanischen Institut für Anthropologie und Geschichte. Mit Hilfe von Forschern der National Autonomous University in Mexiko-Stadt untersuchte Mainous Team die Steinmesser mit einem Elektronenmikroskop. Sie fanden neben Collagen auch rote Blutkörperchen sowie Überreste von Sehnen und Muskelfasern.
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