Forscher rätseln über Lavaströme auf dem Mars
Baku, den 10. September (AZERTAG). Tonvorkommen auf dem Roten Planeten geben Wissenschaftlern Rätsel auf. Sie könnten auf ehemals feucht-warmes Klima hindeuten. Nun überraschen Forscher mit einer anderen, lebensfeindlicheren Theorie.
Die Tonvorkommen auf dem Mars sind möglicherweise vulkanischen Ursprungs und nicht das Produkt vor Urzeiten ausgetrockneter Gewässer auf dem Roten Planeten. Das schließen Wissenschaftler um Alain Meunier von der Universität Poitiers aus Vergleichen der Tonerde vom Mars mit vulkanischen Tonvorkommen auf der Erde. Die Tonmineralien auf dem Roten Planeten könnten sich durch wasserreiche Lavaströme geformt haben, schreiben die Wissenschaftler.
Die Tonvorkommen auf dem Mars gelten als Hinweis darauf, dass auf dem Roten Planeten einst ein feucht-warmes Klima geherrscht haben könnte, das möglicherweise sogar Leben erlaubt hat. Die gängige Theorie dazu ist, dass der Ton sich durch langfristige Wechselwirkungen von Wasser und Boden gebildet hat - so zumindest entsteht Ton auf der Erde.
Ton kann auch durch wasserreiche Lava entstehen-Doch es gibt auch noch einen anderen Weg, auf dem Ton entstehen kann. Tonmineralien können auch durch wasserreiche Lava entstehen. Und dieser Theorie sind die Wissenschaftler nun nachgegangen.
Die Gruppe um Meunier hatte Tonmineralien vulkanischen Ursprungs vom Mururoa-Atoll in Französisch-Polynesien untersucht. Tatsächlich gleichen deren spektroskopische Eigenschaften jenen des Tons, den die Raumsonde "Mars Reconnaissance Orbiter" spektroskopisch auf dem Roten Planeten nachgewiesen hat. Auch die Zusammensetzung bekannter Marsmeteoriten stütze die These eines vulkanischen Ursprungs des Mars-Tons, schreiben die Forscher.
Neue Arbeit für „Opportunity“ und „Curiosity“-Sollten die Tonmineralien auf dem Roten Planeten vulkanischen Ursprungs sein, würde das nahelegen, dass der junge Mars womöglich nie ein feucht-warmes Klima besaß und daher doch nicht so lebensfreundlich war wie oft angenommen, heißt es in einem Begleittext. Allerdings könnten erst Messungen an Ort und Stelle genauen Aufschluss über die Herkunft der Tonmineralien auf dem Mars geben. Die beiden zurzeit aktiven Marsrover „Opportunity“ und „Curiosity“ könnten dazu möglicherweise bald die Chance bekommen.