Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Heute kommt Frühling in Aserbaidschan

Heute kommt Frühling in Aserbaidschan

Baku, 20. März, AZERTAC

In Aserbaidschan kommt heute um 14:29 Uhr der Ortszeit das Frühling. Wie die Nachrichtenagentur AZERTAC unter Berufung auf das Astrophysikalische Observatorium Schamachi der Nationalen Akademie der Wissenschaften Aserbaidschans berichtet, wird am selben Tag des Jahres die Länge der Nacht dem Tag entsprechen.

Seit alten Zeiten haben die Menschen die Frühlings-Tagundnachtgleiche als offiziellen Jahresbeginn gefeiert.

Derzeit wird das Frühlingsfest Novruz als erster Tag des neuen Jahres von vielen Völkern der Welt gefeiert. Es wäre falsch, das Fest Novruz mit dem Beginn eines neuen Kalenderjahres in Zusammhang zu bringen. Dies ist auch der Eintritt des Frühlings, das Erwachen der Natur.

Novruz ist ein uraltes aserbaidschanisches Fest. Über die Zeit seines Entstehens verschweigt die Geschichte. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung hat es seine Wurzeln allerdings nicht im Zoroastrischen Zeitalter der Feueranbeter, sondern stammt aus noch älteren Traditionen des Alten ägyptischen Mittelreiches. Novruz ist es zum Symbol des Frühlings, Erwachen der Natur geworden. An diesm Tag besucht man Verwandte, Freunde und Nachbarn, macht Geschenke, sammelt sich im Familienkreis. Die Tische werden festlich gedeckt und mit Süssigkeiten und getrockneten Früchten aus Wintervorräten beschmückt, die nun aufgegessen oder unter Bedürftigen verteilt werden müssen. Ein bezeichnendes Merkmal des Frühlings ist immer auf dem Tisch zu finden - Semeni, ein Topf mit hervorgekeimten Weizensamen, das unbedingt mit rotem Band geschmückt sein soll. Novruz ist eine Zeit der Versöhnung, ein neuer Anfang. Alte Feindschaften, Kränkungen, Sorgen, aber auch Ängste werden der Vergangenheit überlassen. Nicht umsonst wurde es zu einer Tradition am Novruz über das brennende Feuer zu springen, um die Ängste und negative Empfindungen hinter sich im alten Jahr zu lassen.

Novruz wird von Aserbaidschanern überall auf der Welt mitgefeiert.

Vier Wochen vor dem Novruz-Fest, etwa vom 22. Februar bis 21. März, wird jeden Dienstag das Kommen des Frühlings gefeiert. Dieser Brauch geht auf den Glauben zurück, dass die Welt und der Mensch aus vier Ur-Elementen, nämlich Wasser, Feuer, Luft und Erde besteht. In den letzten vier Wochen des Winters kommen alle diese Urstoffe des Daseins zum Vorschein. Im grauen Monat März regnet es bald, bald ist es sonnig, oder es weht ein starker Wind. So kommt die Erde endlich zum Erwachen. Nach den vier Urstoffen werden auch die vier Dienstage benannt: der Wasser-Dienstag, der Feuer-Dienstag, der Luft-Dienstag und der Erde-Dienstag.

Am Wasser-Dienstag trinkt man frisches Wasser. Man holt Wasser aus einer fließenden Quelle und kocht Tee. Man bespritzt die Wohnung mit dem frischen kalten Wasser. Derjenige, der am frühesten aufsteht, versteckt sich in einer Ecke und bespritzt die anderen Familienmitglieder mit Wasser. In heftigeren Fällen übergießt man einander frühmorgens im Bett mit eiskaltem Wasser.

Der zweite Dienstag heißt Od Tscharschanba, also Feuerdienstag. An diesem Tag wurde der Feuerwiedergeburt gedacht.

Novruz ist eine Zeit der Versöhnung, ein neuer Anfang. Alte Feindschaften, Kränkungen, Sorgen, aber auch Ängste werden der Vergangenheit überlassen. Nicht umsonst wurde es zu einer Tradition, am Novruz, und zwar beginnend mit dem Feuerdienstag, über das brennende Feuer zu springen, um Ängste und negative Empfindungen hinter sich im alten Jahr zu lassen.

Man macht ein Feuer an, tanzt um dieses Feuer. Dann beginnen die Jugendlichen über das Feuer zu springen. Man springt siebenmal und jedes Mal spricht man: „Mögen alle meine Mühen und Lasten im alten Jahr bleiben."

In der nächsten Woche feiert man Hava Tscharhschanba (Luftdienstag).

Dieser Dienstag hat keine Besonderheiten; man schmückt natürlich Chontscha wie am vorigen Tscharschanbas. Semani als Symbol des kommenden Frühlings muss unbedingt auf dem Tisch sein.

Der wichtigste der Dienstage ist das Achir Tscharhschanba (letzter Dienstag) oder Erde-Dienstag.

An diesem Tag werden die wichtigsten Zeremonien gefeiert. Entsprechend dem Volksglauben belebt sich in dieser Zeit die Erde wieder. Am letzten Dienstag knospen die Bäume und der Frühling kommt an.

Am diesem Dienstag gehen die Männer zum Friedhof und kehren zurück, nachdem sie gebetet haben. Und die Frauen gehen zum Friedhof mit Gerichten wie Halva, Pilaw und Süßigkeiten. Dort wird aus dem Koran gelesen, und nach den Gebeten werden die Gerichte an die Armen verteilt, und nach 1 bis 2 Stunden wird der Friedhof verlassen.

Es ist wichtig, an diesem Tag das Haus und die Möbel gründlich sauber zu machen und das Geschirr zu waschen. Noch ein Brauch von Achir Tscharschanba ist „Gapi pusma", d. h. Türlauschen. „Gapı Pusma" ist ein Brauch, bei dem Kinder sich etwas wünschen und dann hinter den Türen der Nachbarn lauschen. Das erste, was man hört, führt dazu, dass das neue Jahr positiv oder negativ interpretiert wird.

Ein anderer Achir-Charshanba-Brauch ist das Spiel namens „Ring ins Wasser werfen". In die Mitte des Raumes wird in einem breiten Eimer Wasser gebracht. Die Mädchen sammeln sich um den Eimer und werfen ihre Ringe hinein. Und danach schneiden sie die Fäden, die sie an ihren Fingern festgebunden haben und werfen sie ebenfalls ins Wasser. Eins von den Mädchen zieht aus dem Eimer, der mit einem Tuch zugedeckt ist, einen Ring, und dabei sagt sie etwas. Diejenige, der der herausgezogene Ring gehört, wird als die Besitzerin des Gesagten angesehen.

Am Festabend versammeln sich alle Mitglieder wieder am Festtisch und genießen das Festmahl. Vor dem Haus wird ein Feuer gemacht. Die Kinder und Erwachsenen springen übers Feuer und singen dabei Volkslieder. So dauern die Festlichkeiten laut und bunt bis Mitternacht an. Traditionsgemäß müssen alle Familienmitglieder an diesem Tag zu Hause bleiben, keine Besuche erhalten oder Gäste annehmen. Sie sagen: „Wer am Feiertag-Vorabend nicht im Haus ist, verbringt sieben Jahre auf Wanderschaft".

Nachdem Aserbaidschan seine Unabhängigkeit wiedererlangt hatte, wird das Novruz auf der Staatsebene gefeiert.

Dank großen Anstrengungen der Ersten Vizepräsidentin Aserbaidschans, Präsidentin der Heydar Aliyev-Stiftung, Botschafterin des guten Willens von der UNESCO und ISESCO, Mehriban Aliyeva, wurde das Fest Novruz im Jahre 2009 in die Liste des Menschheitskulturerbes bzw. als UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Und im Jahre 2010 wurde der 21. März auf Beschluss der 64. Generalversammlung der Vereinten Nationen zum "Internationalen Novruz Tag" erklärt. Die Generalversammlung stellte in ihrer Erklärung fest, dass „Nouruz ein Frühlingsfest ist, das von mehr als 300 Mio. Menschen seit mehr als 3000 Jahren in Aserbaidschan, Afghanistan, Tadschikistan, der Türkei, Usbekistan und in anderen Regionen der Welt gefeiert wird".

Zum Frrühlingsfest Novruz!

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