Mutmaßliche Weltkriegsgranate verschwindet spurlos aus der Donau
Budapest, 11. August, AZERTAC
Aus dem durch Niedrigwasser freigelegten Bett der Donau ist ein vermutlich scharfer Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg spurlos verschwunden. Der Gegenstand war durch den extrem niedrigen Wasserstand freigelegt worden. Das Budapester Polizeipräsidium (BRFK) hat Ermittlungen aufgenommen und wendet sich nun mit einem dringenden Appell an die Öffentlichkeit.
Am Montag erschien ein Mann persönlich bei der Polizeidienststelle des 22. Bezirks von Budapest. Er berichtete, dass er im Schlamm des freiliegenden Donauufers nahe der Kreuzung Nagytétényi-Straße und Tóth-József-Straße einen verrosteten, wie eine Granate aussehenden Gegenstand entdeckt und fotografiert habe.
Als Einsatzkräfte der Polizei kurz darauf am Fundort eintrafen, war das Objekt nicht mehr da – die Beamten konnten nur noch den Abdruck im Schlamm identifizieren.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die mutmaßliche Weltkriegsmunition im kurzen Zeitraum zwischen der Zeugenmeldung und dem Eintreffen der Streife von einer unbefugten Person mitgenommen wurde.
Die Auswertung der vom Finder vorgelegten Fotos ergab, dass es sich bei dem Objekt sehr wahrscheinlich um eine Artilleriegranate aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Zur genauen Bestimmung hat die Polizei bereits einen Experten hinzugezogen. Gegen den unbekannten Täter wird nun wegen des Verdachts auf Missbrauch von Explosivstoffen oder Sprengmitteln ermittelt.
Die Polizei warnt die Bevölkerung eindringlich vor den extremen Gefahren solcher Funde. Wer den Gegenstand gefunden oder an sich genommen hat, darf ihn unter keinen Umständen transportieren, erschüttern oder gar versuchen zu zerlegen. Selbst nach vielen Jahrzehnten im Wasser oder Boden können Zünder und Sprengstoff hochsensibel sein. Eine unbeabsichtigte Auslösung kann zu schwersten oder tödlichen Verletzungen führen. Die Handhabung und Entschärfung von Fundmunition obliegt ausschließlich ausgebildeten Munitionsbergungsspezialisten der Entschärfungsdienste.