Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Pakistan: "Schmerz und Kummer über den traurigen Verlust von unschuldigen Leben"

Islamabad, 28. März, AZERTAC

Nach dem Anschlag im pakistanischen Lahore ist die Zahl der Todesopfer auf 70 gestiegen. Der Attentäter hatte seine Bombe in einem Park gezündet, wo viele christliche Familien Ostern feierten.

Knapp die Hälfte der Opfer des Anschlags im pakistanischen Lahore waren Frauen und Kinder - der Attentäter hatte sich am Abend des Ostersonntags in der Nähe eines Spielplatzes in die Luft gesprengt. Unter den Toten seien 25 Kinder und sieben Frauen, sagte der Polizeichef des Stadtbezirks, Mohammad Iqbal. Zuvor hieß es, die Mehrzahl der Opfer seien Kinder und Frauen.

Der Täter brachte nach offiziellen Angaben etwa 20 Kilogramm Sprengstoff zur Detonation. Die Sprengstoffweste des Täters sowie ein Rucksack enthielten nach offiziellen Angaben auch Schrauben, die den verheerenden Effekt der Explosion noch vergrößerten.

Die Zahl der Todesopfer liegt inzwischen bei 70. Mehr als 340 Menschen seien bei dem Terrorakt am Ostersonntag verletzt worden, sagte eine Sprecherin der Rettungsbehörde der Provinz Punjab, Deeba Shahnaz Akhtar, am Montagmorgen. Ein Vertreter des Jinnah-Krankenhauses sagte der Nachrichtenagentur AFP, die meisten der Verletzten befänden sich in einem ernsten Zustand. Er rechne daher damit, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde.

Der Park war an einem der ersten warmen Abende des Jahres besonders gut besucht. Auch viele christliche Familien waren dort, um Ostern zu feiern. Nach Polizeiangaben sollen 15 Christen unter den Opfern gewesen sein.

"Schreie und Staub überall" - Der 35-jährige Anwohner Javed Ali sagte, die Explosion habe in seinem Wohnhaus gegenüber des Parks die Fensterscheiben zerstört. "Alles wackelte, es gab Schreie und Staub überall."

Der Täter konnte mittlerweile als ein 28-jähriger Mann aus Süd-Punjab identifiziert werden. Nach Medienberichten war er Lehrer an einer Religionsschule. Rekrutiert hatte ihn die pakistanische Taliban-Gruppe Jamaat ul-Ahrar. Sie ist eine der aktivsten und brutalsten Extremistengruppierungen des Landes.

Lahore bislang vergleichsweise sicher - Der pakistanische Regierungschef Nawaz Sharif verurteilte die Tat. Er empfinde "Schmerz und Kummer über den traurigen Verlust von unschuldigen Leben", erklärte er. In Lahore wurde eine dreitägige Trauerzeit angesetzt. Schulen blieben geschlossen, am Montagmorgen gab es kaum Verkehr. Sharif besuchte am Morgen Opfer in Kliniken. Er rief dazu auf, die Streitigkeiten in der Gesellschaft zu begraben, um dem Terrorismus mit Stärke entgegenzutreten.

Indiens Regierungschef Narendra Modi sprach dem Nachbarland sein Mitgefühl aus. Die US-Regierung verurteilte den "feigen" Anschlag auf unschuldige Zivilisten, wie der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, Ned Price, erklärte. Auch die Bundesregierung zeigte sich entsetzt: "Dieser abscheuliche Anschlag gegen Familien in einem belebten Park zeigt, dass sich Terrorismus in seinem mörderischen Wahn gegen alle Menschen gleichermaßen richtet", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi erklärte, Papst Franziskus sei über "das schreckliche Massaker" unterrichtet worden, das "einen Schatten der Traurigkeit und Angst auf das Osterfest wirft". Er bete für die Opfer.

In Pakistan ereignen sich seit Jahren immer wieder Anschläge. Der Anschlag vom Sonntag kam fast genau ein Jahr nach einem ähnlichen Angriff 2015. Damals hatte die Gruppe Selbstmordattentäter in zwei katholische Kirchen in Lahore geschickt. 15 Menschen starben. Auf ihr Konto ging auch der Anschlag an der indisch-pakistanischen Grenze im November 2014. Mehr als 50 Menschen wurden damals getötet.

Insgesamt ging die Zahl der Anschläge in Pakistan aber seit dem Start einer Armeeoffensive gegen Islamisten im Nordwesten des Landes zurück. Auslöser für das härtere Durchgreifen war ein Ereignis im Dezember 2014, als die pakistanischen Taliban in einer von der Armee betriebenen Schule in Peshawar 136 Kinder tötete.

Das Land kämpft bereits seit 2004 gegen einen islamistischen Aufstand, bei dem unter anderem die pakistanischen Taliban immer wieder Attentate verüben. In Lahore, der pakistanischen Kulturmetropole im Nordosten des Landes, blieb es dabei in den vergangenen Jahren vergleichsweise ruhig.

Gulu Kangarli, AZERTAC

Islamabad

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