Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Venezuela droht die Luftblockade

Baku, den 12. Mai (AZERTAG). In Venezuela war das bislang kein Problem, sofern man über die nötigen Devisen verfügte. Doch nun meiden immer mehr Fluglinien das Land - und treiben es weiter in die Isolation.

Immer näher kommt das Türkisblau der Karibik, bis es schließlich vom dunklen Grün des Àvila-Massivs abgelöst wird. Ein Transatlantikflug nach Caracas ist ein durchaus spektakuläres Erlebnis. In venezolanischen Reisebüros war er noch im vergangenen Jahr zum Schnäppchenpreis von umgerechnet rund 350 Euro zu haben - vorausgesetzt, der Käufer verfügte über Devisen.

Nun aber drohen Flüge von und nach Venezuela zum seltenen Vergnügen zu werden, denn immer mehr Airlines schränken ihren Betrieb ein. In der vergangenen Woche warnte die Internationale Luftverkehrsvereinigung (Iata), das Land riskiere einen „entscheidenden Faktor für das Wohlergehen der venezolanischen Wirtschaft“. Innerhalb eines Jahres hätten elf von 24 Fluglinien ihre Verbindungen nach Venezuela reduziert, um bis zu 78 Prozent.

Air Canada stellte den Verkehr nach Caracas Mitte März sogar komplett ein. Offiziell begründete die Fluglinie das mit "Unruhen" in Venezuela, wo zuletzt zahlreiche Menschen bei Protesten gegen die Regierung ums Leben kamen. Präsident Nicolás Maduro tat die Entscheidung mit gewohnter Kraftmeierei als Machtdemonstration des Auslands ab. „Die Fluglinie, die jetzt unser Land verlässt, wird nicht wieder hierher zurückkommen, solange ich Präsident bin“, sagte er. „Wir sind keine Marionetten.“

Doch der Grund für die Flucht der Fluglinien ist profaner: Im Kampf um ihr zunehmend wackliges Wirtschaftsmodell lässt Maduros Regierung Unternehmen wie Air Canada nicht mehr an ihr Geld. Laut Iata schuldet die venezolanische Regierung den Airlines mittlerweile 3,9 Milliarden Dollar. Zwar hatte das Land im März die Rückzahlung zugesichert, seitdem aber habe es „sehr wenig Fortschritte“ gegeben.

Der „grüne Salat“ wird knapp - Die Fluglinien haben dasselbe Problem wie viele Unternehmen in Venezuela. Die Regierung zwingt sie, ihre Tickets vor Ort in der Heimatwährung Bolívar zu verkaufen. Diese können sie erst mit staatlicher Erlaubnis und über eine komplizierte Bürokratie in Dollar oder andere ausländische Währungen tauschen. Doch manche Fluglinien warten nach eigenen Angaben bereits seit 2009 auf den Tausch.

In den meisten Fällen wurde noch der offizielle Wechselkurs von 6,3 Bolívar pro Dollar vereinbart. Doch der entspricht wegen der enormen Inflation längst nicht mehr dem wahren Wert. Schwarzhändler bieten mittlerweile rund 60 Bolívar pro Dollar, der als „lechuga verde“, grüner Salat, heiß begehrt ist. Wer Zugang zu Devisen hatte, kam deshalb bislang sehr günstig an Flugtickets. Doch nun werden sie knapp - wie zuvor schon viele andere Waren im Land.

Zugleich erhöhen die Airlines ihre Preise im Land, weil auch bei offiziellen Auktionen zuletzt mehr als elf Bolívar pro Dollar gezahlt werden mussten. Für die Mehrzahl der Venezolaner sind Auslandsflüge damit unerschwinglich. So ist ein Economy-Flug von Caracas nach Frankfurt und zurück derzeit mit Glück und viel Vorlauf für gut 52.000 Bolívar zu haben. Das sind nach offiziellem Kurs rund 8300 Dollar. Obwohl der Mindestlohn gerade um 30 Prozent erhöht wurde, entspricht der Preis damit mehr als einem Jahreseinkommen. Selbst zum Schwarzmarktkurs liegt er bei fast 900 Dollar, die Zeiten der Schnäppchen für Devisenbesitzer sind vorbei.

Manche Bürger vermuten hinter der drohenden Luftblockade sogar eine Strategie der Regierung. Es gehe darum, „das Land noch mehr zu isolieren“, sagte eine Frau am Flughafen, den Tränen nahe, nachdem der Abschied von Air Canada bekanntgeworden war. „Das kommt ihnen entgegen.“

Doch statt böser Absicht dürfte eher Ratlosigkeit die Ursache des Konflikts sein. Zwar hat Präsident Maduro angekündigt, Venezuela werde die Airlines in Devisen auszahlen, aber Experten fragen sich, ob das überhaupt noch möglich ist. Weil die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft sinken, liegen Venezuelas Währungsreserven nur noch knapp über 20 Milliarden Dollar. Insgesamt schuldet die Regierung ausländischen Unternehmen und Dienstleistern im Land nach Expertenschätzungen mindestens zehn Milliarden Dollar.

Diese Aussichten beunruhigen auch die Lufthansa Chart zeigen. Der schuldet Venezuela nach Angaben von Finanzvorstand Simone Menne mittlerweile einen „höheren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag“. Allein im ersten Quartal seien davon 38 Millionen Euro abgeschrieben worden, sagte Menne am Dienstag vor Analysten. Zwar habe man mittlerweile etwas Geld zurückerhalten, der Betrag sei aber im Vergleich zur Gesamtsumme sehr gering. Lufthansa fliegt mittlerweile mit kleineren Maschinen nach Caracas und streicht Flüge an Tagen mit geringer Nachfrage.

Geradezu dramatisch sind die Folgen für kleinere Regionallinien. Die Tiara Air aus Aruba etwa, der Venezuela mindestens 39 Millionen Dollar schuldet, musste im Januar Gläubigerschutz anmelden und hat ihre Flüge in den Krisenstaat um mehr als 75 Prozent gekürzt. Die ecuadorianische Linie Tame stellte ihren Betrieb nach Venezuela vorübergehend ganz ein, weil in Venezuela ein Drittel des Jahresumsatzes feststeckt.

Großeinkauf in Brasilien - Je mehr sich ausländische Fluglinien aus Venezuela zurückziehen, umso wichtiger müsste eigentlich die staatliche Airline Conviasa werden. Doch die ist vor allem im Inland unterwegs. In Europa steuert sie lediglich Madrid an und durfte aus Sicherheitsbedenken zeitweise auch dort nicht mehr landen.

Immerhin: In der vergangenen Woche erhielt Conviasa endlich die Erlaubnis, ins Nachbarland Brasilien zu fliegen. Dabei geholfen haben könnte ein Großeinkauf: Im Dezember vergangenen Jahres erwarb Conviasa für fast eine halbe Milliarde Dollar Flugzeuge des brasilianischen Herstellers Embraer. Mit diesen werde man nun „die nationale Unabhängigkeit befördern“, kündigte Unternehmenschef Luis Gustavo Graterol Caraballo an.

 

Nachricht in sozialen Medien teilen

Folgen Sie uns auf Social

Mitteilung des Pressedienstes des Präsidenten

BMU-Absolvent setzt Studium an renommierter US-Universität fort

Aserbaidschanisches Filmprojekt erhält renommiertes internationales Förderstipendium

Ergebnis der Friedensinitiativen von Präsident Ilham Aliyev: Aserbaidschan und Armenien betrachten einander als potenzielle Partner

Valeri Tschetselaschwili: Washington-Gipfel schafft solide Grundlage für Frieden im Südkaukasus

Abgeordneter: Washingtoner Vereinbarungen wichtige Plattform für eine friedliche Zukunft des Südkaukasus

Aserbaidschanische Parlamentsdiplomatie trägt zur Ausweitung der internationalen Zusammenarbeit bei

„Xinhua“: Wachsende strategische Bedeutung des Mittleren Korridors macht Aserbaidschan zum Logistikzentrum

Mitteilung des Pressedienstes des Präsidenten

KOSMIK-Akademie von „Azerkosmos“ mit IAF-Auszeichnung geehrt

Erneut Weizen und Steinkohle aus Russland über Aserbaidschan nach Armenien geliefert

2,2 Milliarden Menschen weltweit haben Sehprobleme

Russland greift Kiew mit ballistischen Raketen und Drohnen an: Drei Tote

Glen Howard: Entwicklung der US-amerikanisch-aserbaidschanischen Beziehungen im vergangenen Jahr bemerkenswert

Washington-Gipfel markiert Wendepunkt für Frieden und neue Realitäten im Südkaukasus

US-Experte: Aserbaidschan spielt in der Region eine zunehmend größere Rolle

Vidadi Rzayev: „Qarabağ“s Transfers sind nicht gescheitert

Aserbaidschanischer Nachwuchsgolfer gewinnt internationales Turnier

Emil Aliyev erneut zum Präsidenten der Russischen Minifußballvereinigung gewählt

Moody’s bewertet aserbaidschanischen Bankensektor positiv

Irans Sport- und Jugendminister besucht Wassersportpalast in Baku

Aktionsplan für Jugend- und Sportkooperation zwischen Aserbaidschan und Iran verabschiedet

Washingtoner Gipfeltreffen als wichtiger Schritt zum Wandel des Konfliktmodells im Südkaukasus bewertet

„Enzyklopädie von Chodschali“ vorgestellt

Aserbaidschan stärkt seine Position als Bindeglied zwischen verschiedenen geopolitischen Räumen

Im ersten Halbjahr 287 Projekte im Rahmen des staatlichen Investitionsprogramms umgesetzt

SOCAR Carbamide als Beispiel für erfolgreiche digitale Transformation hervorgehoben

Militärangehörige legen Prüfungen zur Feststellung ihrer Qualifikationsstufe ab

Temperaturen in Aserbaidschan steigen auf bis zu 39 Grad

340 Projekte in den ersten sechs Monaten umgesetzt

Nariman Akhundzade wechselt auf Leihbasis zu türkischem Klub

Aserbaidschanischer Staatsfonds investiert in Perus größten unabhängigen Stromerzeuger

Organisationskomitee für Internationales Investitionsforum in Baku eingesetzt

Goldpreis verzeichnet stärksten Wochenanstieg seit Januar

Frieden zwischen Aserbaidschan und Armenien könnte neue Entwicklungsphase im Südkaukasus einleiten

Perspektiven für Eröffnung eines Büros der Arabischen Liga in Baku erörtert

Aserbaidschanischer Außenminister trifft ukrainischen Präsidenten

Aserbaidschan bei internationaler Aktionswoche zum Schutz des Ökosystems des Kaspischen Meeres vertreten

Dokumentarfilm über Wiederaufbau von Garabagh und Ost-Sangesur in Arbeit

Politischer Analyst: Konflikte werden strategische Bedeutung des Mittleren Korridors nicht mindern

Ölpreise an Börsen steigen

Preis von Azeri Light legt zu

Internationales Badmintonturnier in Baku

Aserbaidschanische Box-Nationalmannschaft bereitet sich gemeinsam mit Turkmenistan auf Europameisterschaft vor

Aserbaidschan eröffnet Kirgisistan und anderen Staaten der Region neue Chancen

Asim Khudiyev als Schiedsrichterbeobachter für Europa-League-Spiel angesetzt

Jeyhun Bayramov informiert Selenskyj über postkonfliktäre Realitäten im Südkaukasus

Türkische Medienvertreter informieren sich über Produktion im Industriepark Agdam

Moses Wetang’ula: Gute Voraussetzungen für Ausbau der Parlamentszusammenarbeit zwischen Kenia und Aserbaidschan

Zahl der bei BP beschäftigten Aserbaidschaner bekannt gegeben

Aserbaidschan und USA erörtern globale Wirtschaftsentwicklungen

„Schah Denis 2“: 24 Bohrungen bislang fertiggestellt

Aserbaidschan und FIDE wollen Zusammenarbeit im Schachsport ausbauen

Südkaukasus-Pipeline exportiert täglich durchschnittlich 63,7 Millionen Kubikmeter Gas

bp: Weitere Untersuchungen am Schafag-Asiman-Block erforderlich

BTC-Pipeline transportiert seit Inbetriebnahme mehr als 4,7 Milliarden Barrel Öl

Sangachal-Terminal exportiert im ersten Halbjahr rund 97 Millionen Barrel Öl und Kondensat

„Schah Denis“ fördert im ersten Halbjahr 14 Milliarden Kubikmeter Gas

ACG schließt im ersten Halbjahr Bohrungen von sieben Ölförder- und zwei Gaseinspeisungsbohrungen ab

ACG-Feld fördert im ersten Halbjahr 59 Millionen Barrel Öl

Erstes Untersee-Glasfaserkabel im Kaspischen Meer verlegt

Außenminister Bayramov: Im Bedarfsfall würden wir auch die befreundete Ukraine gerne mit Gas beliefern

Aserbaidschanischer Außenminister besucht ukrainische Stadt Irpin

Aserbaidschanischer Außenminister besucht ukrainische Stadt Irpin

Andrii Sybiha: Aserbaidschan ist aus Sicht der Energiesicherheit für den gesamten europäischen Kontinent von strategischer Bedeutung

Aserbaidschanische und ukrainische Außenminister erörtern bilaterale Beziehungen und regionale Lage

Weitere Lieferung aus Russland über Aserbaidschan nach Armenien transportiert

Berufungsgericht verkündet abschließende Entscheidung über Beschwerden armenischer Staatsbürger

Aserbaidschan und Belarus bauen wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich Chemie aus

Aserbaidschan gewinnt durch seine multivektorale Außenpolitik an internationalem Gewicht

Aschigayramli-See – Ismayillis neues Tourismusjuwel VIDEO

Aschigayramli-See – Ismayillis neues Tourismusjuwel VIDEO

Freiwillige Steuererfüllung hat für Steuerdienst höchste Priorität

Aserbaidschanisches Öl wird für 91,04 US-Dollar gehandelt

Anteil der Steuereinnahmen am BIP in sieben Jahren deutlich gestiegen

Goldpreis erreicht Sieben-Wochen-Hoch

Gold- und Silberpreise an Weltbörsen gestiegen

Außenminister Bayramov zu Besuch in der Ukraine VIDEO

Außenminister Bayramov zu Besuch in der Ukraine VIDEO

Ölpreise an Weltbörsen weiter gesunken

Sonderbriefmarke zum 165. Jahrestag der aserbaidschanischen Fotografie herausgegeben

China-Kirgisistan-Usbekistan-Bahn könnte über das Kaspische Meer verlängert werden

Im Industriepark Sumgait soll ein Projekt zur Herstellung von Spezial-Sperrholz umgesetzt werden

Aserbaidschan entwickelt sich zu einem wichtigen Logistik- und geoökonomischen Zentrum Eurasiens

Aserbaidschanischer Meister verstärkt Kader mit kubanischer Volleyballspielerin

Goldpreis steigt über 4.200 Dollar

Mit BIG kooperierender Sikh-Aktivist im Visier des indischen Geheimdienstes: UN deckt Mordplan auf

Bau der wichtigsten Phase der Transkaspischen Glasfaserverbindung abgeschlossen

Türkische Journalisten besuchen Khankendi

Aserbaidschans erstes Frauenkooperativ kooperiert mit usbekischem Partner

Politologe: Aserbaidschan leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Mittleren Korridors

Aserbaidschanische Taekwondo-Kämpfer gewinnen 22 Medaillen beim „Batumi Open“

Offener Brief an NYU-Professor zu Ruben Vardanyan veröffentlicht

Pakistan veranstaltet Kulturpräsentation über Aserbaidschan zur Förderung der bilateralen Beziehungen

Liste sozialer Netzwerkplattformen mit Altersbeschränkung wird in Aserbaidschan erstellt

Weitere Rückkehrer-Kolonne in den Bezirk Chodschawänd aufgebrochen

Massive Luftangriffe auf Kiew zerstören Logistikzentren  - REPORTAGE VOM ORT DES GESCHEHENS

Qurban Qurbanov: „Wir fahren mit dem Ziel nach Polen, ein gutes Ergebnis zu erzielen“

Türkei an Energieprojekten in Aserbaidschan interessiert

Rund 20 neue Militäranlagen für Luftverteidigungseinheiten

Aserbaidschan und Kasachstan erörtern Entwicklung des Mittleren Korridors

Champions League: „Sabah“ gegen dänischen Klub, „Fenerbahçe“ gegen österreichischen Gegner