Versunkene Städte im Dschungel entdeckt
Baku, den 18. Mai (AZERTAG). Mit moderner Lasertechnik haben Forscher im Regenwald von Honduras die Überreste einer bisher wohl unbekannten Kultur entdeckt. Handelt es sich womöglich um die sagenumwobene „Weiße Stadt“?
Satellitenbilder waren nutzlos. Die Späher aus dem All konnten das Dickicht des Dschungels in der schwer zugänglichen Moskitia-Region von Honduras einfach nicht durchdringen. Also hatten sich Wissenschaftler der University of Houston mit einem kleinen Propellerflugzeug auf den Weg in die Region gemacht - und die grüne Unendlichkeit mit Laserstrahlen durchleuchtet. Nur 500 bis 1000 Meter über dem Grund flog die Maschine. Außerdem war sie mit 60 bis 80 Metern pro Sekunde sehr langsam unterwegs.
Hunderttausende von Laserpulsen sandten die Forscher durch die Baumdecke - und anhand der zurückgeworfenen Strahlen fertigten sie Bilder von der Oberflächenstruktur des Gebiets unter der Vegetation. Die Wissenschaftler suchten nach geraden und rechteckigen Strukturen, die nur von Menschenhand stammen können. Und sie wurden fündig. Das hatte die Regierung von Honduras auch schon bekanntgegeben. Doch nun haben die Wissenschaftler vom National Center for Airborne Laser Mapping auf einer Konferenz im mexikanischen Cancún über Details ihrer Arbeiten berichtet, die zuvor auch schon das Magazin „New Yorker“ thematisiert hatte.
„Beweise, dass die Region einst dicht besiedelt war“ - Die Wissenschaftler fanden bei den Flügen Hinweise auf zwei große Städte mit Pyramiden und Plätzen, terrassenförmige Felder und Kanäle. Ob es sich bei den Funden womöglich um die sagenumwobene „Weiße Stadt“ handelt, ist den Forschern zufolge noch unklar. Die Legende geht auf einen Bericht des Konquistadors Hernán Cortés zurück, der dort enorme Reichtümer vermutete.
Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass die mesoamerikanischen Hochkulturen nicht bis in das heutige Honduras vorgedrungen waren. Diese Lehrmeinung muss nun möglicherweise revidiert werden. „Vielleicht können wir nie sagen, ob es die 'Weiße Stadt' gegeben hat“, zitierte die honduranische Zeitung „La Prensa“ den Anthropologen Christopher Fisher. Der Wissenschaftler von der Colorado State University war ebenfalls an den Forschungen im Dschungel beteiligt. „Aber jetzt haben wir eindeutige Beweise, dass die Region einst dicht besiedelt war und von den Menschen kultiviert wurde.“
Übersichtsaufnahmen der Fundstelle wollen die Forscher bisher noch nicht veröffentlichen - aus Angst vor Plünderern. Mit demselben Argument hatten auch die Behörden von Honduras die Informationen zurückgehalten. Die Wissenschaftler haben sich vorgenommen, das Gebiet in diesem Jahr noch am Boden zu untersuchen.