„Deutsche Spuren in Aserbaidschan – gemeinsame Geschichte“ in Berlin präsentiert
Berlin, 8. Oktober, AZERTAC
Am 7. Oktober fand in Berlin eine Veranstaltung unter dem Titel „Deutsche Spuren in Aserbaidschan – gemeinsame Geschichte“ statt.
Die von der aserbaidschanischen Botschaft in Deutschland organisierte und vom Aserbaidschanischen Kulturzentrum in Berlin unterstützte Veranstaltung war dem deutschen Kulturerbe in Aserbaidschan und den gemeinsamen historischen Verbindungen zwischen den beiden Ländern gewidmet.
An der Veranstaltung nahmen mehr als 300 Gäste teil, darunter Vertreter des Auswärtigen Amtes Deutschlands, Mitglieder des Bundestages, Botschafter, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Vertreter der aserbaidschanischen, türkischen und befreundeten Gemeinschaften. Im Rahmen der Veranstaltung fand zudem die Premiere des von „ANewZ“ Fernsehsenders produzierten Dokumentarfilms „Kontrapunkt“ sowie die Präsentation der Publikation „Deutsche Spuren in Aserbaidschan“ statt.
Nasimi Aghayev, Botschafter Aserbaidschans in Deutschland, erinnerte in seiner Rede daran, dass deutsche Familien, die vor zwei Jahrhunderten aus Württemberg in den Südkaukasus kamen, in Aserbaidschan acht Siedlungen gründeten, darunter Helenendorf (Göygöl) und Annenfeld (Schamkir). Der Botschafter betonte zudem, dass diese Menschen nicht lediglich Siedlungen gegründet hätten, sondern zu einem festen Bestandteil der aserbaidschanischen Gesellschaft geworden seien und christliche Deutsche und muslimische Aserbaidschaner über Generationen hinweg in Frieden und gegenseitigem Respekt zusammengelebt hätten. Der Diplomat hob zudem die Beiträge von Architekten wie Nikolaus von der Nonne, Adolf Eichler und Johann Edel zur Architektur und Entwicklung Bakus hervor und wies darauf hin, dass die deutsche Gemeinschaft während der Zeit der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik durch Lorenz Kuhn im Parlament vertreten gewesen sei.
Nasimi Aghayev bedauerte, dass dieses Zusammenleben 1941 durch die Deportation der Deutschen nach Zentralasien durch das Stalin-Regime auf brutale Weise beendet worden sei.
Der Botschafter erklärte, dass der Titel des präsentierten Films der Musikterminologie entlehnt sei. So wie unterschiedliche Stimmen ihre Individualität bewahrten und zugleich ein harmonisches Ganzes bildeten, bereichere auch kulturelle Vielfalt eine Gesellschaft, betonte er. Der Botschafter dankte dem Team von „ANewZ“ für seinen Beitrag zur Umsetzung des Projekts.
Nasimi Aghayev sprach auch über die Entwicklung der aserbaidschanisch-deutschen Beziehungen und hob insbesondere die Bedeutung der Gemeinsamen Erklärung hervor, die während des Besuchs von Präsident Ilham Aliyev in Deutschland mit Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichnet worden sei. Er betonte, dass dieses Dokument die bilaterale Partnerschaft auf eine strategische Ebene gehoben und der Entwicklung der Beziehungen in verschiedenen Bereichen, darunter Kultur, Bildung und zwischenmenschliche Kontakte, wichtige Impulse verliehen habe.
Anja Wallau, Beauftragte für Grundsatzfragen der Europapolitik, EU-Koordinierung und EU-Außenbeziehungen im Auswärtigen Amt, betonte in ihrer Rede die herausragende Rolle dieses Projekts bei der Aufarbeitung des reichen historischen Erbes zwischen den beiden Ländern. Sie hob die Bedeutung der von dem Präsidenten Aserbaidschans und dem Bundeskanzler Deutschlands unterzeichneten Gemeinsamen Erklärung hervor und wies besonders darauf hin, dass dieses Dokument neben anderen strategischen Bereichen auch die Entwicklung der Beziehungen in den Bereichen Kultur, Bildung und Sprache in den Mittelpunkt stelle. A. Wallau erklärte, das multikulturelle Umfeld in Aserbaidschan und die Bewahrung des historischen deutschen Erbes seien beispielhaft und bildeten eine solide Brücke für die künftige Zusammenarbeit.
Rüfat Hamzayev, Exekutivdirektor von „ANewZ“, erklärte bei seiner Rede, dass zwischenstaatliche Beziehungen gerade auf dem Faktor Mensch und den historischen Kontakten beruhten. Der Exekutivdirektor wies darauf hin, dass das Filmteam für die Produktion des Dokumentarfilms mehr als 2700 Kilometer in Deutschland und Aserbaidschan zurückgelegt, Nachkommen deutscher Siedler getroffen und umfangreiches Archivmaterial zusammengetragen habe. Rüfat Hamzayev dankte der aserbaidschanischen Botschaft, den deutschen Partnern und dem Filmteam für die Unterstützung bei der Entstehung des Films.
Im Anschluss an die Redebeiträge wurde der Dokumentarfilm „Kontrapunkt“ gezeigt, der den Lebensweg der deutschen Siedler, ihr Kulturerbe sowie ihr friedliches Zusammenleben mit den Aserbaidschanern umfassend darstellt. Der von Teodor Geonov inszenierte Film stieß auf großes Interesse.
Nach der Filmvorführung wurde die Veranstaltung mit einem künstlerischen Programm fortgesetzt. Das deutsch-aserbaidschanische „Einklang“-Quartett präsentierte ein Konzertprogramm, das die Musiktraditionen beider Länder miteinander verbindet.
Auch das von der Botschaft in deutscher und englischer Sprache herausgegebene Fotobuch „Deutsche Spuren in Aserbaidschan“, das Fotografien des renommierten Fotografen Etibar Jafarov enthält, stieß bei den Veranstaltungsteilnehmern auf großes Interesse.