Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Hochwasser in Mittel- und Osteuropa: Sieben Tote in Rumänien

Hochwasser in Mittel- und Osteuropa: Sieben Tote in Rumänien

Budapest,17. September, AZERTAC

In Österreich, Tschechien und Polen bleibt die Hochwasserlage kritisch. Rettungskräfte sind im Dauereinsatz, um Anwohnerinnen und Anwohner in Sicherheit zu bringen. In Deutschland müssen sich die Menschen an Oder und Elbe auf die Wassermassen aus Zuflüssen in angrenzenden Ländern einstellen.

Bisher sind insgesamt mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. In einigen der betroffenen Gebiete wird heute mit nachlassenden Niederschlägen gerechnet.

Ungarn: Behörden erwarten Verschlechterung der Lage

In Ungarn bereiten sich die Behörden auf eine Verschlechterung der Lage vor: Die Regierung entsandte mehr als 350 Soldaten zur Verstärkung von Hochwasserbarrieren entlang der Donau und mehrerer Nebenflüsse. Ministerpräsident Orban hat wegen des Hochwassers einen für morgen geplanten Auftritt vor dem Europaparlament in Straßburg abgesagt. Orban sollte den Europaabgeordneten eigentlich das Programm der sechsmonatigen ungarischen EU-Ratspräsidentschaft vorstellen.

Tschechien setzt Armee im Katastrophengebiet ein

Die Regierung in Tschechien beschloss wegen der Hochwasser- und Überschwemmungskatastrophe den Einsatz der Armee. Es sei geplant, dass bis zu 2.000 Soldaten mit entsprechender Technik die zivilen Behörden bis Ende Oktober unterstützen, wie Verteidigungsministerin Cernochova auf der Onlineplattform X mitteilte. Armeehubschrauber sollen Menschen in den am stärksten betroffenen Regionen im Nordosten Tschechiens mit Trinkwasser und Lebensmitteln versorgen. Soldaten sollen zudem bei den Aufräumarbeiten nach der Flut helfen.

Nach intensivem Regen sind in Tschechien zahlreiche Flüsse und Bäche über die Ufer getreten. Bisher wurden drei Todesfälle bestätigt, mindestens sieben weitere Menschen gelten als vermisst. In Ostrava, der drittgrößten Stadt des EU-Mitgliedstaats, kam es zu Dammbrüchen am Zusammenfluss von Oder und Opava. Vielerorts sind Geschäfte und Supermärkte überflutet, Wasser- und Stromversorgung sowie die Mobilfunknetze ausgefallen.

Evakuierungen in Polen

In Polen ordnete ein Bürgermeister eine Zwangsevakuierung an, weil einige Menschen ihre Häuser nicht verlassen wollten, obwohl die Mauer eines Stausees gerissen ist. In Klodzko war die Glatzer Neiße, ein Nebenfluss der Oder, über die Ufer getreten. Am selben Fluss liegt die Kleinstadt Nysa, wo das Wasser in die Notaufnahmestation des örtlichen Kreiskrankenhauses eindrang, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. 33 Patienten wurden mit Schlauchbooten in Sicherheit gebracht, darunter Kinder und Schwangere.

Die polnische Regierung hat für einen Zeitraum von 30 Tagen den Katastrophenzustand in den betroffenen Gebieten ausgerufen. Ministerpräsident Tusk kündigte zudem für die Hochwasseropfer die Bereitstellung von Hilfsgeldern in Höhe von umgerechnet rund 240 Millionen Euro an.

Sieben Tote in Rumänien

In Rumänien ist vor allem der Osten des Landes betroffen. Am Montag sei das siebte Opfer im ostrumänischen Dorf Grivita nahe der Stadt Galati gefunden worden, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax unter Berufung auf den Katastrophenschutz. Rund 6.000 Bauernhäuser wurden vom Hochwasser erfasst, viele liegen in abgelegenen Dörfern. Menschen kletterten auf Hausdächer, um nicht von den Fluten mitgerissen zu werden. Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Sorg vor Dammbrüchen in Österreich

Im Osten Österreichs herrscht große Sorge vor weiteren Dammbrüchen. "Es besteht höchste Dammbruchgefahr", hieß es von den Behörden. Mehr als 200 Straßen in Niederösterreich waren gesperrt, 1.800 Gebäude geräumt worden. Es gab auch Stromausfälle. In Niederösterreich waren in den vergangenen Tagen regional bis zu 370 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - ein Mehrfaches der üblichen Monatsmenge.

In Wien gibt es noch Probleme im öffentlichen Verkehr. Am Wienfluss, der sonst als Rinnsal, seit Sonntag aber als reißender Fluss mitten durch die Stadt geht, gab es leichte Entspannung.

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