Supernova-Wolke enthält Kohlenmonoxid
Baku, den 13. Februar (AZERTAG). In der zehn Millionen Grad heißen Explosionswolke einer Supernova haben Astronomen Kohlenmonoxid entdeckt. Der Fund verblüfft die Forscher und stellt bisherige Theorien über den Kohlenstoffkreislauf im Weltall in Frage.
Auf der Erde ist Kohlenmonoxid gefürchtet. Das Gas ist geruchlos und wirkt in höheren Konzentration tödlich. Die Moleküle binden sich an rote Blutkörperchen im Blut, die normalerweise Sauerstoff transportieren. Die Versorgung der Zellen mit dem lebenswichtigen Gas wird so gestoppt. Nun haben Astronomen Kohlenmonoxid zu ihrer eigenen Überraschung in der zehn Millionen Grad heißen Explosionswolke einer Supernova nachgewiesen.
Eigentlich sollte die Kohlenstoffverbindung durch energiereiche Elektronen und Atome zerstört werden, schreiben die Wissenschaftler um Jeonghee Rho vom Seti-Institut im kalifornischen Mountain View im Fachblatt „The Astrophysical Journal Letters“. Die Entdeckung habe Konsequenzen für das Modell vom Kohlenstoffkreislauf im Weltall.
Die Forscher hatten mit dem japanischen Infrarot-Weltraumteleskop „Akari“ die 11.000 Lichtjahre entfernte Supernova-Explosionswolke Cas A im Sternbild Kassiopeia untersucht. Die Sternenexplosion war vor 330 Jahren beobachtet worden.
In dem jungen Supernova-Überrest hatten auch andere Instrumente bereits Hinweise auf Kohlenmonoxid erspäht, die aber noch nicht eindeutig gewesen seien, heißt es in einer Mitteilung des Seti-Instituts. Die Analyse der „Akari“-Daten brachte nun den Beweis. Das Kohlenmonoxid bildet demnach Blasen in der heißen Explosionswolke. „Das Universum ist voller Überraschungen“, sagte Rho.