Turkmenbaschi: Kaspischer Umweltgipfel im erweiterten Format AKTUALISIERT VIDEO
Turkmenbaschi, 9. Oktober, AZERTAC
Am 9. Oktober fand in der turkmenischen Stadt Turkmenbaschi die Sitzung des Kaspischen Umweltgipfels im erweiterten Format statt.
Der Präsident der Republik Aserbaidschan, Ilham Aliyev, hielt eine Rede bei der Veranstaltung.
Präsident Turkmenistans, Serdar Berdimuhamedow: Ich möchte dem Präsidenten der Republik Aserbaidschan, Seiner Exzellenz Herrn Ilham Heydar Aliyev, das Wort erteilen. Bitte schön.
Präsident Ilham Aliyev sagte in seiner Rede: Sehr geehrter Serdar Gurbanguljewitsch,
sehr geehrte Teilnehmer des Gipfels,
zunächst möchte ich dem Präsidenten Turkmenistans für die Initiative zur Einberufung des Kaspischen Umweltgipfels danken. Ich bin überzeugt, dass dieser Gipfel dazu beitragen wird, unsere Zusammenarbeit bei der Bewältigung der ökologischen Herausforderungen des Kaspischen Meeres zu stärken.
Seit Jahrhunderten verbindet das Kaspische Meer unsere Länder und Völker. Heute gewinnt es wirtschaftlich und strategisch noch weiter an Bedeutung. Wichtige Verkehrs- und Energierouten verlaufen durch das Kaspische Meer, zudem werden bedeutende internationale Projekte umgesetzt. Unter diesen Bedingungen ist es von grundlegender Bedeutung, das Kaspische Meer als Zone des Friedens, der Stabilität und der konstruktiven Partnerschaft zu bewahren. Dies liegt im Interesse aller Anrainerstaaten und schafft die notwendigen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung unserer Zusammenarbeit.
Gleichzeitig müssen wir dem ökologischen Zustand des Kaspischen Meeres besondere Aufmerksamkeit widmen. Die Bewahrung seines einzigartigen Ökosystems ist eine gemeinsame Aufgabe aller Anrainerstaaten. In den vergangenen Jahren haben unsere Länder eine umfassende völkerrechtliche Grundlage geschaffen. Aserbaidschan ist Vertragspartei nahezu aller internationalen Rechtsinstrumente, die von den fünf Anrainerstaaten gemeinsam vereinbart wurden. Das 2018 unterzeichnete Übereinkommen über den Rechtsstatus des Kaspischen Meeres hat historische Bedeutung. Es ist das Ergebnis langjähriger gemeinsamer Anstrengungen aller fünf Anrainerstaaten.
Eines der schwerwiegendsten Probleme, mit denen das Kaspische Meer konfrontiert ist, ist zweifellos sein sinkender Wasserstand. Dieser Rückgang dauert bereits seit vielen Jahren an. Leider hat sich dieser Prozess in jüngster Zeit deutlich beschleunigt, und die Lage verschlechtert sich weiter. Die Fläche des Kaspischen Meeres nimmt erheblich ab. Sie ist bereits um mehr als 20.000 Quadratkilometer geschrumpft. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die Folgen katastrophal sein.
Das Problem des sinkenden Wasserstands betrifft jedoch nicht nur die Umwelt. Es berührt unmittelbar die Interessen unserer Staaten und wirkt sich auf das Leben der Menschen in den Küstengebieten, die Wirtschaft und den Verkehr aus. Wir beobachten, wie sich die Küstenlinie zurückzieht, sich das Ökosystem verändert und betriebliche Schwierigkeiten für Häfen und andere küstennahe Infrastruktureinrichtungen entstehen. Infolge des sinkenden Wasserstands des Kaspischen Meeres sind allein im aserbaidschanischen Teil des Meeres nahezu 30.000 Hektar Neuland entstanden.
Bereits 2022 hatte ich auf dem Sechsten Kaspischen Gipfel in Aschgabat angesichts des sinkenden Wasserstands vorgeschlagen, spezielle Expertengruppen einzurichten, um die Ursachen dieses Prozesses zu ermitteln und Maßnahmen zur Verhinderung eines weiteren Rückgangs festzulegen. Die vergangenen Jahre haben die Aktualität dieser Initiative bestätigt.
Wir müssen von allgemeinen Erörterungen des Problems zur Einrichtung eines ständigen Kooperationsmechanismus übergehen, der auch die Überwachung der Umsetzung der gefassten Beschlüsse gewährleistet. Vor allem gilt es, sämtliche Faktoren zu ermitteln, die den Rückgang des Wasserstands des Kaspischen Meeres beeinflussen, und eine objektive wissenschaftliche Einschätzung der weiteren Entwicklung vorzunehmen.
Es liegt auf der Hand, dass der sinkende Wasserstand des Kaspischen Meeres nicht allein auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Zu den Hauptursachen zählen der geringere Zufluss von Flusswasser sowie anthropogene Faktoren im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Aktivitäten.
Gleichzeitig müssen die möglichen langfristigen Folgen der anhaltenden Veränderungen bewertet und bereits heute bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden. Ein solcher Ansatz wird es ermöglichen, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen eines weiteren Absinkens des Wasserstands zu minimieren.
Wir sind überzeugt, dass die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen, das wissenschaftliche Potenzial und die bisherigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit eine solide Grundlage für konkrete praktische Ergebnisse bilden.
Das Kaspische Meer ist unser gemeinsames Erbe. Sein einzigartiges Ökosystem zu bewahren und es an künftige Generationen weiterzugeben, ist unsere gemeinsame Verantwortung. Ich hoffe, dass der heutige Gipfel einen wichtigen Schritt auf diesem Weg darstellen wird.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Präsident Serdar Berdimuhamedow:
Vielen Dank, sehr geehrter Ilham Heydarovitsch. Ich danke Ihnen für Ihre aufschlussreiche Rede. Wie auch für das brüderliche Aserbaidschan gehört die Verbesserung des ökologischen Zustands des Kaspischen Meeres zu den wichtigsten Prioritäten der Innen- und Außenpolitik Turkmenistans. Wir sind bereit, die Zusammenarbeit mit unseren Partnern in sämtlichen Bereichen der Umweltagenda für das Kaspische Meer fortzusetzen.
Nochmals vielen Dank für Ihre konstruktive Rede.