In Südamerika breitet sich das wenig erforschte Oropouche-Fieber aus
Baku, 26. Juli, AZERTAC
In Brasilien sind die weltweit ersten Todesfälle durch das Oropouche-Fieber verzeichnet worden. Zwei Frauen seien an der Viruserkrankung gestorben, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Die Frauen aus dem Nordosten des Landes seien unter 30 Jahre alt gewesen und hätten keine Begleiterkrankungen gehabt. Sie hätten aber Anzeichen und Symptome gezeigt, die einem schweren Fall von Denguefieber ähnelten.
Der Oropouche-Erreger wird durch infizierte Fliegen und Mücken übertragen, vor allem durch die Gnitze Culicoides paraensis. Der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC zufolge sind derzeit Ausbrüche in Teilen von Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Kuba und Peru bekannt. Das brasilianische Gesundheitsministerium teilte mit, in diesem Jahr seien 7236 Oropouche-Infektionen registriert worden.
Die Inkubationszeit beträgt nach Angaben der CDC in der Regel vier bis acht Tage. Die Symptome halten danach typischerweise drei bis sechs Tage an. Sie ähneln denen des Denguefiebers, dazu zählen Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Schüttelfrost und Lichtempfindlichkeit. Schwere Fälle können lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung auslösen, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Ähnlichkeiten mit Zika: Möglicherweise kann eine Infektion während der Schwangerschaft dazu führen, dass Neugeborene mit Mikrozephalie geboren werden, einem zu kleinen Kopf und dadurch bedingten Entwicklungsstörungen. Das brasilianische Gesundheitsministerium meldete kürzlich vier entsprechende Fälle sowie einen Todesfall eines Säuglings. Ein ähnlicher Zusammenhang ist vom Zika-Virus bekannt, beim Oropouche-Erreger müsse dieser allerdings noch bestätigt werden.
Auch in Italien traten in diesem Sommer bereits Oropouche-Fälle auf. Die italienische Zeitung „La Repubblica“ berichtet von insgesamt vier Infizierten. Laut dem Artikel verbrachten die Betroffenen zuvor Zeit in Südamerika, dort sei auch die Ansteckung erfolgt. In Europa sind die übertragenden Gnitzen nicht heimisch.