Formel 1: Mega-Deal vom Tisch - Mercedes zieht Alpine den Stecker
Baku, 30. Mai, AZERTAC
Weitreichende Entscheidung in der Formel 1: Mercedes hat seine Pläne, Anteile von Konkurrent Alpine zu erwerben, begraben. Der Grund: der Preis. Besonders froh über diese Entwicklung dürfte McLaren-CEO Zak Brown sein.
Formel-1-Team Alpine wird nun doch nicht zum "kleinen Bruder" von Mercedes. Wie die "BBC" mit dem Verweis auf mehrere Quellen berichtet, haben Toto Wolff und Co. den Plan aufgegeben, die Anteile der Investmentgruppe Otro Capital am französischen Team zu kaufen. Das Unternehmen hält derzeit 24 Prozent am Rennstall, möchte diese aber gerne abstoßen.
Laut "BBC"-Angaben hatten sich Toto Wolff und Alpine-Besitzer Renault schon auf den Deal geeinigt, nur verlangte Otro Capital am Ende einen zu hohen Preis. Die Silberpfeile machten daraufhin einen Rückzieher und sagten den Kauf ab.
Mercedes hätte bis zu 600 Mio. Bezahlt - Dem Bericht zufolge verlangte die Investmentgruppe im Gegenzug für ihre 24 Prozent satte 720 Millionen US-Dollar. Es wäre für das Unternehmen ein echter Mega-Deal gewesen. Der Erwerb der Anteile kostete Otro Capital im Jahr 2023 gerade einmal rund 230 Millionen US-Dollar.
"Wir verstehen, dass die Diskussionen beendet sind", zitiert die "BBC" eine namentlich nicht genannte Quelle bei Renault. Mercedes und Toto Wolff reagierten auf eine Anfrage des britischen Senders zunächst nicht.
Laut "BBC"-Angaben wäre Mercedes bereit gewesen, für die 24 Prozent rund 550 bis 600 Millionen US-Dollar zu zahlen. Dies sei in den Augen der Silberpfeile gleichbedeutend mit einer "fairen Bewertung" der Anteile gewesen, heißt es.
Renault legt Investmentgruppe an die Kette - Wie es nun in der Angelegenheit weitergeht, bleibt abzuwarten. Renault will den Verkauf der Otro-Anteile der "BBC" zufolge erst einmal auf Eis legen. Bis September hat der französische Konzern ein Veto-Recht über den Verkauf der Otro-Anteile. Dieses Recht nutzte man dem Vernehmen nach schon, um einen Verkauf der Anteile an eine Investmentgruppe rund um Ex-Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu blockieren.
Besonders froh über diese jüngste Entwicklung dürfte unter anderem McLaren-Boss Zak Brown sein. Er warnte schon mehrfach vor den Konsequenzen, sollte ein Team - wie es bei Red Bull Racing und den Racing Bulls seit Jahren der Fall ist - seine Finger auch in einer fremden Garage im Spiel haben. Dies gefährde in seinen Augen die Integrität des gesamten Sports, schrieb er vor wenigen Wochen in einem Brief an FIA-Boss Mohammed bin Sulayem, den das Portal "The Race" veröffentlichte.