Widerstand gegen Ebolabehandlung von US-Bürgern in Kenia
Baku, 29. Mai, AZERTAC
Eine kenianische Menschenrechtsorganisation hat nach eigenen Angaben inmitten des Ebolaausbruchs in Afrika Klage gegen ein von den Vereinigten Staaten geplantes Quarantänezentrum für US-Staatsbürger in dem Land eingereicht. Das Katiba-Institut erklärte am Donnerstag, die geplante Einrichtung werfe „ernste verfassungsrechtliche Bedenken“ auf. Der geplante Betrieb solle gestoppt und die Einreise von möglicherweise Infizierten verhindert werden. Nach US-Angaben soll die Einrichtung am Freitag in Betrieb gehen.
Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) warnte, die geplante Einrichtung könne „zusätzlichen Druck“ auf das kenianische Gesundheitssystem ausüben. Die Übernahme der Quarantäne für „ausländische Staatsbürger“ könne die Kapazitäten des ostafrikanischen Landes „überdehnen“, sollte es nicht „ausreichend unterstützt“ werden, sagte CDC-Africa-Präsident Jean Kaseya.
„Bestmögliche Versorgung“ für US-Bürger - Das Quarantänezentrum mit 50 Betten soll auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia in Kenia eingerichtet werden. Es soll später noch ausgebaut werden. Nach Angaben eines US-Beamten sollen dort positiv auf das Ebolavirus Getestete oder Menschen mit Symptomen bis zu ihrer Verlegung in Einrichtungen in Europa versorgt werden. Die US-Bürger sollten die „bestmögliche Versorgung“ erhalten, ohne eine lange Rückreise in die USA antreten zu müssen, ergänzte er.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am Mittwoch erklärt, die USA würden keinen mit Ebola infizierten Patienten auf ihr Staatsgebiet gelangen lassen. Ein an Ebola erkrankter US-Bürger wird derzeit auf Bitten der USA in der Berliner Klinik Charité behandelt.
Kritik von der WHO - Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, kritisierte Reiseverbote zur Bekämpfung des Ebolaausbruchs, da diese „nicht viel bringen“. Die USA hatten wegen des Ebolaausbruchs Einreisebeschränkungen gegen Menschen aus den betroffenen Ländern verhängt.
Weil es keinen exakt passenden Impfstoff und keine speziellen Medikamente gegen die kursierende Ebola-Variante gibt, kann die Infektionskette nur unterbrochen werden, wenn Infizierte unter höchsten Sicherheitsstandards behandelt werden und ihre Kontakte sich für drei Wochen isolieren.
Der Ebolaausbruch begann im Mai 2026 in der Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Auch Uganda ist betroffen. Kenia hat bislang keinen Fall gemeldet.
Africa CDC registrierte bislang 1077 Verdachtsfälle, darunter 246 Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt von 223 mutmaßlichen Ebola-Todesfällen seit Beginn des jüngsten Ebolaausbruchs gesprochen; zehn Todesfälle seien bestätigt. Das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs dürfte nach Einschätzung der WHO größer sein. (Spiegel)