Kaffeehauskette Starbucks hält schwere Krise
Baku, 23. Oktober, AZERTAC
Die schwere Krise der Kaffeehauskette Starbucks hält auch unter ihrem neuen Chef an. Das US-Unternehmen hat seine Jahresprognosen ausgesetzt. Trotz verstärkter Investitionen habe Starbucks den Kundenschwund nicht stoppen können, sagte Finanzchefin Rachel Ruggeri bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Die Entwicklung den Umsatz und das Ergebnis belastet.
„Wir entwickeln einen Plan, um unser Geschäft auf Vordermann zu bringen, aber das wird Zeit brauchen“, sagte Ruggeri. Für das laufende Quartal erwartet Starbucks einen Rückgang der vergleichbaren Umsätze um etwa sechs Prozent. Die sogenannten In-App-Anreize hätten nicht dazu beigetragen, Kunden in die Filialen zu locken, hieß es. Der Umsatz in China werde voraussichtlich um 14 Prozent absacken, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Starbucks hatte erst im September mit Brian Niccol einen neuen Konzernchef inmitten der Nachfrage-Schwäche auf den wichtigen Märkten USA und China installiert. Die weltgrößte Kaffeehauskette lockte den Manager mit einer großzügigen Vergütung. Neben einem jährlichen Grundgehalt von 1,6 Millionen Dollar kann er mit jährlichen Aktienprämien von 23 Millionen Dollar und einer Antrittsprämie von zehn Millionen Dollar rechnen, wie das Unternehmen mitteilte.
Zusätzlich erhalte er Aktienzuteilungen im Wert von 75 Millionen Dollar als Ausgleich für den Verzicht auf seine Anteile an Chipotle Mexican Grill. Hinzu komme – je nach Abschneiden des Unternehmens – laut „Financial Times“ ein jährlicher Zielbonus in bar im Wert von etwa 3,6 Millionen Dollar sowie eine langfristige Aktienzuteilung mit einem jährlichen Zielwert von 23 Millionen Dollar, die über mehrere Jahre ausgezahlt werde. Und auch ein weiteres Zugeständnis machte das Kaffeeunternehmen: Niccol musste nicht von seinem Wohnort in Kalifornien nach Seattle umziehen, sondern kann den Konzern aus dem Homeoffice leiten.
Niccol erklärte am Dienstag in einem zusammen mit der Bilanz veröffentlichten Video, Starbucks müsse seine jüngste Strategie grundlegend ändern. Man werde das sehr komplexe Produktangebot vereinfachen und die Preisstruktur korrigieren. Zudem wolle man sicherstellen, „dass jeder Kunde das Gefühl hat, dass sich ein Besuch bei Starbucks lohnt.“
Der Wert der Starbucks-Aktien fiel nach der Mitteilung nachbörslich um rund vier Prozent.