Nissan wirbt offenbar um Einstieg von Tesla
Baku, 21. Februar, AZERTAC
Nissan hatte gehofft, sich mit der Hilfe von Honda im Geschäft mit China sowie auf dem Elektroautomarkt behaupten zu können. Doch die Fusionsgespräche schlugen fehl, nun sucht das kriselnde japanische Unternehmen offenbar einen neuen Partner.
Laut einem Bericht der „Financial Times“ bemüht sich der Autobauer Nissan nun um einen Einstieg des US-E-Auto-Konzerns Tesla. Konkret soll demnach eine Gruppe von Nissan-Managern einen Plan ausgearbeitet haben, um Tesla als „strategischen Investor“ zu gewinnen, hieß es unter Berufung auf Insider. Auch ein früherer Premierminister soll der Gruppe angehört haben.
Tesla könnte von US-Fabriken profitieren - Der neue Vorschlag unter Leitung des ehemaligen Tesla-Verwaltungsratsmitgliedes Hiro Mizuno werde von Japans Ex-Premierminister Yoshihide Suga unterstützt, heißt es weiter in der „FT“. Die Gruppe gehe davon aus, dass der US-Konzern Interesse an Nissans Fabriken in den USA habe. Denn: Diese Fabriken würden Tesla und dessen Chef Elon Musk helfen, die heimische Produktion als Reaktion auf die Zolldrohungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump zu stärken.
Nissan ist hoch verschuldet und die Gewinnmarge ist im Keller. Ende vergangenen Jahres hatte das Unternehmen deshalb die Gespräche mit dem besser aufgestellten Konkurrenten Honda begonnen. Nachdem beide Unternehmen in der vergangenen Woche mitgeteilt hatten, die Pläne nicht weiterzuverfolgen, meldete der taiwanische Chiphersteller Foxconn Interesse an, 35 Prozent der Anteile an Nissan zu übernehmen, die bislang vom Renault-Konzern gehalten werden.
Der „FT“ zufolge hätten die Nissan-Manager lieber Tesla als wichtigsten Geldgeber eines Konsortiums, an dem sich auch Foxconn beteiligen könnte, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete. Die Stimmung zwischen Renault und Nissan ist schon länger getrübt. Renault hatte die 1999 geschmiedete Allianz zuletzt teilweise aufgelöst und verkaufte sukzessive Nissan-Anteile.
Der Kurs von Nissan an der Börse in Tokio stieg daraufhin am Freitag kräftig an und notierte zwischenzeitlich rund zehn Prozent im Plus. Damit kommt Nissan auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet knapp elf Milliarden Euro. Zum Vergleich: Tesla ist an der Börse umgerechnet fast 1,1 Billionen Euro wert.
Nissan geht von einem Verlust in seinem laufenden Geschäftsjahr 2024/2025 aus. Im Quartal von Oktober bis Dezember meldete das Unternehmen ein Minus von 14 Milliarden Yen (87 Millionen Euro). Die Verkäufe gingen in diesem Zeitraum um 12,2 Prozent und die Produktion um 14,7 Prozent zurück. Die Ratingagentur Moody’s stufte die Kreditwürdigkeit des Unternehmens deutlich herunter.