Ölmulti BP setzt künftig wieder auf fossile Energie
Baku, 27. Februar, AZERTAC
Ein entscheidender Hebel, um die Erderwärmung einzudämmen, ist die Abkehr von fossiler Energie. Ölmulti BP hatte noch 2020 das Ziel ausgegeben, die Öl- und Gasproduktion zugunsten der erneuerbaren Energien bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren.
Was sein Vorgänger anschob, dreht BP-Chef Murray Auchincloss jetzt zurück.
Auchincloss will den britischen Ölmulti nach einem Gewinneinbruch auf Wachstum trimmen, dafür hat er nun einen Strategieschwenk verordnet. BP werde bis 2027 seine jährlichen Investitionen in Öl und Gas auf zehn Milliarden Dollar erhöhen, teilte der Konzern auf dem Kapitalmarkttag mit. „Wir werden unsere Investitionen und Produktion im Upstream-Bereich steigern, um in den kommenden Jahren Energie mit hohen Margen produzieren zu können“, sagte Auchincloss.
Er kündigte zudem an, das Schmierstoffgeschäft Castrol zu prüfen und Verkäufe im Wert von 20 Milliarden Dollar bis 2027 anzustreben.
Umbau zum Ökostromkonzern wird rückabgewickelt - Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, dass Auchincloss das Ziel aufgeben werde, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 um das 20-fache zu steigern. Der Fokus solle wieder auf fossilen Brennstoffen liegen.
Zuletzt hatte BP 2024 einen Rückgang des Gewinns um 35 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar verzeichnet. Dafür maßgeblich verantwortlich waren schwache Margen im Raffineriegeschäft und schwankende Ölpreise. Der Ölriese schnitt damit schlechter ab als seine Konkurrenten, was den Druck von Investoren auf Auchincloss erhöht.
Experten fordern dringende Abkehr von fossilen Brennstoffen - Tatsächlich ist BPs Strategiewechsel nur einer von vielen im Energiesektor. Mehrere große Unternehmen haben zuletzt angekündigt, ihren Fokus wieder auf Öl und Gas zu richten, wo es einfacher geworden ist, Renditen zu erzielen, da sich die Preise für fossile Brennstoffe von den Tiefstständen der Coronapandemie erholt haben.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern dagegen eine schnelle und umfassende Umstellung der globalen Energieerzeugung, um die Erderwärmung zu begrenzen. Fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas müssten so schnell wie möglich durch erneuerbare Energien wie Wind, Sonne und Wasser ersetzt werden, so der einhellige Konsens. Zudem brauche es eine drastische Reduktion der CO₂-Emissionen, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens einzuhalten. Wird diese Grenze überschritten, drohen irreversible Klimafolgen wie Extremwetter, Meeresspiegelanstieg und der Verlust wichtiger Ökosysteme. In der Folge warnen Expertinnen und Experten von Massenmigration, weil Teile der Erde unbewohnbar werden dürften. Zudem drohen Ressourcenkriege und der Zusammenbruch vieler Gesellschaften.
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