Porsche mit fast einer Milliarde Euro Quartalsverlust
Baku, 25. Oktober, AZERTAC
Die Milliardenkosten für die Verbrenner-Verlängerung haben den Gewinn des Sport- und Geländewagenbauers Porsche in den ersten drei Quartalen fast vollständig aufgezehrt. Belastungen durch die strategische Neuausrichtung führten im dritten Quartal zu einem Betriebsverlust von fast einer Milliarde Euro.
Von Januar bis September schrumpfte das operative Konzernergebnis auf noch 40 Millionen Euro von gut vier Milliarden Euro ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen mitteilte. Allein für das dritte Quartal ergibt sich daraus ein Betriebsverlust von 967 Millionen Euro, Analysten hatten im Schnitt mit gut 600 Millionen Euro Verlust gerechnet.
Hauptgrund sind Restrukturierungskosten von rund 1,8 Milliarden Euro, die im Zuge des Kurswechsels hin zu einer verlängerten Verbrennerstrategie verbucht wurden. Finanzchef Breckner sprach von „vorübergehend schwachen Zahlen“, die langfristig zu höherer Profitabilität führen sollen.
Trotz des Gewinneinbruchs lieferte Porsche über 212.000 Fahrzeuge aus und erzielte 27 Milliarden Euro Umsatz – nur rund sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2025 hält das Unternehmen an seinem Ausblick von 37 bis 38 Milliarden Euro Jahresumsatz fest.
Belastungen kommen auch aus dem Ausland: In China brechen die Luxusautoverkäufe ein, und in den USA drücken Importzölle den Gewinn. Insgesamt summieren sich die Sonderbelastungen des Jahres auf 3,1 Milliarden Euro. 2026 soll sich die Lage laut Porsche wieder deutlich verbessern – dann soll der ehemalige McLaren-Chef Michael Leiters den Porsche-Chefposten von Oliver Blume übernehmen, der sich künftig auf die Führung des VW-Konzerns konzentriert.