Europäische Nachrichtenagenturen diskutieren über Bedrohungen gegen Journalismus
Tirana, 15. Mai, AZERTAC
In Tirana fand auf Initiative der albanischen Nachrichtenagentur ATA eine Konferenz der Allianz Europäischer Nachrichtenagenturen (EANA) zum Thema „Bedrohungen gegen Journalismus und Nachrichtenagenturen: Wege zur Bewältigung“ statt. Mit dabei war auch AZERTAC als Mitglied der Allianz. Die Teilnehmer wiesen in ihren Reden bei der Konferenz darauf hin, dass politische, wirtschaftliche und technologische Veränderungen die Arbeit von Medien zunehmend erschweren. ATA-Generaldirektorin Valbona Jupa sagte:
„Desinformation, wirtschaftlicher Druck, Vertrauensverlust und die Dominanz globaler Plattformen stellen die journalistische Mission vor große Herausforderungen. Keine Agentur kann diese allein bewältigen.“
Zentrale Probleme seien u.a. eingeschränkter Zugang zu Informationen, Urheberrechtsverletzungen und sinkende Finanzierungsquellen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verschärfe insbesondere die Urheberrechtsproblematik. Medieninhalte werden von Tech-Konzernen genutzt, ohne dass Agenturen angemessen geschützt oder finanziell beteiligt werden.
Als Lösungswege wurden genannt: stärkere Regulierung, technologische Weiterbildung von Journalisten, Nutzung neuer Technologien sowie strategische Diversifizierung ohne Abkehr von journalistischen Grundwerten.
Vertreter u.a. von Associated Press, DPA, Anadolu, Ukrinform und weiteren Agenturen präsentierten ihre Sichtweisen und Erfahrungen.