Folgen des Klimawandels gefährden Menschenleben, ganz besonders in ärmeren Regionen
Baku, 4. November, AZERTAC
Die Weltgemeinschaft müsse unbedingt die Emissionen von Treibhausgasen reduzieren und Maßnahmen zum Schutz von Menschen in besonders von den Auswirkungen des Klimawandels betroffenen Gebieten vorantreiben, berichtet das Uno-Umweltprogramm Unep in einem in Nairobi vorgestellten Bericht . Die Organisation warnt insbesondere vor Finanzierungslücken beim Anpassungsprozess an den Klimawandel und seine Folgen.
Die Welt sei „unterfinanziert und unvorbereitet“ warnte Unep-Direktorin Inger Andersen. Sie forderte die politischen Entscheidungsträger auf, sich mit entsprechenden Finanzzusagen auf dem anstehenden Klimagipfel COP28 für den Schutz einkommensschwacher Länder und benachteiligter Bevölkerungsgruppen vor den Auswirkungen der Klimaveränderungen zu engagieren.
Gerade in sogenannten Entwicklungsländern sei der finanzielle Bedarf 10- bis 18-mal höher als die tatsächlich erhaltenen Gelder. Insgesamt betrage die Finanzierungslücke weltweit zwischen 182 und 344 Milliarden Euro jährlich, so der Unep-Bericht. Trotz dieses hohen Bedarfs seien die öffentlichen Finanzströme an jene Länder im Jahr 2021 kleiner geworden: um 15 Prozent auf rund 20,1 Milliarden Euro (etwa 21 Milliarden Dollar).
Besorgniserregender Präzedenzfall - „Dieser Rückgang erfolgt trotz der auf der COP26 in Glasgow gemachten Zusagen, die Anpassungsfinanzierung bis 2025 auf rund 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu verdoppeln“, heißt es. Dies stelle einen besorgniserregenden Präzedenzfall dar. Wegen der Folgen der Coronapandemie und des Krieges in der Ukraine sei es jedoch noch zu früh, um einen allgemeinen Trend festzustellen, betonte einer der Autoren des Uno-Berichts. Doch selbst die angestrebte Verdopplung bis 2025 könne demnach die Lücke nicht ausreichend verkleinern.
Zwar verfügen inzwischen fünf von sechs Ländern über mindestens ein nationales Anpassungsplanungsinstrument, doch die Fortschritte auf dem Weg zu einer vollständigen globalen Abdeckung verlangsamten sich und erforderten mehr Unterstützung. »Dieses Versäumnis der Anpassung hat massive Auswirkungen auf Verluste und Schäden, insbesondere für die Schwächsten«, heißt es in einer Mitteilung zu dem Bericht.
Auf der letzten Uno-Klimakonferenz war „Loss and Damage“ einer der umstrittensten Punkte. Dabei geht es um die Frage, ob die großen Industrieländer, die den Klimawandel verursacht haben, für die Verluste und Schäden der Klimakrise in anderen, vor allem ärmeren Staaten aufkommen müssen.
Die Kosten für „Loss and Damage“ seien bereits in den vergangenen zwei Jahrzehnten hoch gewesen. In den kommenden Jahrzehnten werden sie stark ansteigen, prognostiziert die Unep, „vor allem, wenn keine energischen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an den Klimawandel ergriffen werden“. Um die Dringlichkeit verdeutlichen zu können, fehlten allerdings noch genauere Zahlen zu Verlusten und Schäden.