Volkswagen meldet drastischen Gewinneinbruch – und kappt wegen US-Zöllen Prognose
Baku, 25. Juli, AZERTAC
Der VW-Konzern hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Nach Steuern verdienten die Wolfsburger mit 2,29 Milliarden Euro gut ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor, teilte der Konzern mit. Dabei schlugen allein die US-Zölle von Präsident Donald Trump in der ersten Jahreshälfte mit 1,3 Milliarden Euro zu Buche.
Im abgelaufenen Quartal:
sanken die Erlöse um drei Prozent auf 80,8 Milliarden Euro
Der Betriebsgewinn verringerte sich um 29,4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro,
die Rendite schrumpfte von 6,5 auf 4,7 Prozent.
Außer den US-Zöllen hat der Konzern zahlreiche weitere Krisenherde, die das Geschäft im zweiten Quartal beeinträchtigten. So lief es insbesondere bei den hochpreisigen Marken Porsche und Audi schlecht. Die Rendite in der Markengruppe Progressive, zu der außer Audi auch Lamborghini, Bentley und Ducati gehören, schrumpfte in der ersten Jahreshälfte auf 3,3 Prozent, nachdem es vor Jahresfrist noch 6,4 Prozent gewesen waren. Bei Porsche brach die Rendite auf 5,2 Prozent ein, vor einem Jahr waren es noch 16,4 Prozent gewesen, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Dazu kamen Zusatzbelastungen für die Sparprogramme bei den Marken Volkswagen und Audi sowie bei der Softwaretochter Cariad. Auch der höhere Absatz von Elektroautos schmälerte den Gewinn, weil VW mit ihnen pro verkauftem Fahrzeug immer noch weniger Geld verdient als mit vergleichbaren Verbrennern. Erneut verdiente der Konzern auf dem wichtigen Markt China weniger.
In einem weiteren Schritt kappte der größte Autobauer Europas wegen der US-Zölle seine Gewinnaussichten für das gesamte Jahr. Das Unternehmen rechnet nun nur noch mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Bislang hielt der Konzern einen Anstieg des Gewinns um bis zu fünf Prozent für möglich. Die operative Umsatzrendite dürfte zwischen vier und fünf Prozent liegen statt zwischen 5,5 und 6,5 Prozent. Der Netto-Barmittelzufluss soll mit einer bis drei Milliarden Euro ebenfalls geringer ausfallen als bislang erwartet.
Volkswagen unterstellt am unteren Ende seiner Prognose, dass die Einfuhrzölle für Neuwagen in die USA bei 27,5 Prozent bleiben. Im günstigsten Fall werden Zölle von zehn Prozent angenommen. „Es besteht hohe Unsicherheit in Bezug auf die weitere Entwicklung der Zollsituation und ihrer Effekte und Wechselwirkungen“, hieß es von Volkswagen weiter.